Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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8 Antigonos von Socho1) und in fortlaufender Reihenfolge die Duumviren2), von welchen die Tradition auf R. Jochanan b. Sakkai übergeht. Der ersten Redaction gehören in weiterer Folge sicherlich die Mitteilungen über die Schüler des lezteren (2, 8—15), wie die im Namen von Akabja b. Mahalalel, Chanina Segan ha־Cohanim, Dosab. Harchinas und Elasar b. Asarja (3; 1, 2a, 10b, 17) angeführten Säze an. Die drei ersten waren Zeitgenossen und werden als solche auch an anderer Stelle zusammengenannt (M. Negaim 1, 4; Tosefta Neg. I., 6). Akabja war im Besize von Ueberlieferungen, mit denen er allein stand und für welche er trozdem dieselbe Autorität wie für die ent־ gegengesezten Traditionen der Mehrheit beanspruchte. Er schlug nicht nur die für die Anerkennung des Majoritätszeug־ nisses ihm angebotene Würde eines Gerichtspräsidenten aus, sondern konnte auch durch den über ihn verhängten Bann nicht dazu bewogen werden sie anzunemen3). Es wird nicht berichtet, zu welcher Zeit dies geschah, doch liegt die Ver־ mutung nahe, dass nach dem Tode R. Jochanan b. Sakkai’s eine Vacanz in diesem Amte eingetreten war. (Gesezesstudium, Tempeldienst, Erweisung von Liebeswerken) erkennen, in welchen später Pharisäismus, Sadducäismus u. Essäismus auseinandergiengen. *) Es wird (1, 3) ausdrücklich bemerkt, dass er von Simon dem Gerechten die Lehre empfangen habe קבל משמעון הצדיק• Es mochten wol Zweifel darüber entstanden sein, ob hier eine directe Ueberlieferung stattgefunden habe (vgl. Frankel S. 424) und man vermied daher die pronominale Bezeichnung des vorangegangenen Tradenten. Es sollte durch die deutliche Namensnennung constatirt werden, dass in keinem Falle eine Lücke in der Fortleitung der tradirten Lehre sich einstellte. 2) In 1, 4 bieten die meisten Texte die LA. קבלו מהם (vgl. Daran z. St.), wonach angenommen werden müsste, dass das erste Duumvirenpaar, mit welchem eine neue Epoche in der Geschichte der Tradition beginnt, nicht gerade direct von Antigonos, sondern von allen früher genannten die Lehre übernommen habe. 3) Edujot 5; 6, 7. Diese Thatsache kann, trotzdem sie R. Jehuda nicht gelten lassen will, nicht bestritten werden. Wahrscheinlich hat R. Gamaliel II., der das Majoritätsprincip mit allem Nachdrucke vertrat (s. Brüll, Einleitung in die Mischna S. 62), über Akabja den Bann verhängt. Eine Reminiscenz an die von ihm bei dieser Gelegenheit gethane Aeusserung, dass er auch ״nicht eine Stunde ein Frevler vor Gott“ sein will (s. Jahrb. 4, S. 62) enthält der Ausspruch R. Elieser’s, Nidda 13 a.