Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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7 empfieng sie von Hillel und Schammai (2, 8),*) die Patriarchen des Hillerschen Hauses wurden in der Reihe der Männer, durch welche die Lehre fortüberliefert wurde, überhaupt nicht genannt* 2), wie denn auch in dem Texte, der dem Verf. der Abot di R. Natan vorlag, die Reihe ihrer Aussprüche bis auf zwei, die aber erst an späterem Orte besprochen werden, völlig übergangen wird. Als Tradenten der zweiten Tempelperiode erscheinen zunächst die Männer der Synagoga magna, für deren Bestand eine unbestimmte aber jedenfalls eine einen weiten Zeitraum uraspannende Dauer angenommen wird3), dann Simon der Gerechte, der einzige Repräsentant der älteren makkabäischen Periode, der in der pharisäischen Ueberlieferung in ehrenvollem Andenken stand4), der sonst nicht bekannte ף Ursprünglich lautete wol diese Angabe, conform mit den früheren, ריב׳ז הכל מהם; um Missverständnisse auszuschliessen, mussten an Stelle des Pronomens die Namen der Tradenten eintreten. 2) S. Geiger, nachgelassene Schriften, IY, S. 302. 3) In dem in ihrem Namen mitgeteilten Lehrspruch enthält der Ausdruck סיג לתורה eine Correctur von jüngerer Hand (vgl. 3, 13). Ursprünglich lautete die letzte Mahnung: ועשי סייג לדבריכם »machet einen Zaun um Eure Worte“ d. h. gebt Euern Lehren eine bestimmte unzweideutige Fassung. Dieser Textirung gemäss und in ähnlichem Sinne wird sie auch von Ben-Asai (s. Abot d R. Nat. c. 1, wo ב[ עזאי אומר nach לתורה zu sezen ist) aufgefasst: הוי זהיר בדבריך מבטלה (»sei vorsichtig in deinen Worten, dass du nicht etwas äusserst, was nicht aufrecht zu erhalten ist.*4) Desgleichen wird auch im Talmud dieser Ausspruch dahin verstanden, dass die Gesezeslehrer die Grenzen der in ihren eigenen Meinungen ausgesprochenen Verpflichtungen genau bezeichnen sollen (vgl. zu j. Nidda I, 1 b. Nid. 4b). Als mit Berufung auf denselben die Aufstellung von Cautelen empfolen wurde, damit das Gesez von einem Zaun umgeben sei (vgl. zu Mechilta Ed. Friedm. 6 b. Berachot 4 b Abot di R. Nat. 1. c. und c. 2 Ende), war in manchen Texten bereits das ursprüngliche לדבריכם durch die jüngere LA. לתורה verdrängt worden. 4) Da er selbst nicht mehr zu den Männern der vormakkabäischen Synagoga magna gezählt werden konnte, wird, um der Meinung, dass in dieser Zeit in der Tradition, die als die fortwährende Begleiterin der mündlichen Lehre erscheinen musste, ein Stillstand eingetreten sei, vorzubeugen, bemerkt! dass er zu den ״Uebriggebliebenen“ derselben gehörte. Der ihm zugeschriebene Ausspruch, den ein anderer Simon (b. Gamaliel) in einer einem Bibelworte mehr entsprechenden Fassung vorträgt (1, 18), lässt die drei Richtungen