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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1885-01-01 · VII. (1885) · page 7

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VII. (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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3 der den civil- und strafrechtlichen Teil des Religionsgesezes umfassenden Section Nesikin würde man ihn gewiss nicht suchen, wenn er nicht in derselben von Anfang an seinen Platz gefunden hätte. Es wird nun kaum daran zu zweifeln sein, dass dieser Spruchsammlung nach Abzug der jüngeren Zusäze — auf welche wir noch zurückkommen — bereits in R. Meir’s Mischna die Stelle eingeräumt war, an welcher sie sich in dem Werke des Patriarchen R. Juda befindet. Ferner ist als gewiss anzusehen, dass der Sammler keineswegs nur den Zweck im Auge gehabt hat, eine chronologisch geordnete Liste der Synhedrialpräsidenten und Schulhäupter aufzustellen, welche, um dem Tractate auch einen lehrhaften Inhalt zu verleihen, mit Aussprüchen aller in derselben genannten Weisen ausgestattet wurde. Geschichte und Morallehre stehen in der Mischna einmal durchwegs im Dienste der Halacha und es muss daher auch notwendiger Weise der Tractat Abot sich in irgend einem innern Zusammenhänge mit derselben befinden. Es wird, um die hier in Betracht kommenden Fragen in sachgemässer Weise zu erledigen, zunächst der allgemeine Character der Mischna in’s Auge zu fassen sein. Die Mischna ist aus den pharisäischen Gelehrtenschulen hervorgegangen, es sollte die Auffassung, Behandlung und Entwicklung des jüdischen Religionsgesezes auf Grundlage der pharisäischen Anschauung in ihr seinen in allen Einzelnheiten desselben kenntlich hervortretenden Ausdruck erlangen. Sie hat die mündliehe Lehre, als welche auch die im Namen der weisen Gesezeslehrer tradirten Aussprüche angesehen wurden, zu ihrem Inhalte. Diese sollte gleiches Ansehen wie die schriftliche Lehre haben und gleich ihr als Ausfluss der göttlichen Offenbarung gelten. Wie liess sich aber, da directe Zeugnisse dafür fehlten, ein solcher Ursprung der mündlichen Lehre nachweisen? Die Mischnaordnung aber doch sicherlich eingereiht sein musste. Wenn nun auch aus Tosafat Aboda sara la zu ersehen ist, dass Abot den Schluss der Ordnung Nesikin gebildet haben kann — es folgen nämlich nach dieser Angabe auf die drei Babas und Synhedrin Maccot, Schebuot, Aboda sara und Horajot, so dass nur Edujot und Abot anzureihen sind — so wurde es doch nicht als ein in dieselbe nicht gehörender Annex angesehen. 1*

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