Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 227)
- Language
- German
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223 Umfassendere Nachrichten über die Vorgänge innerhalb der Frankfurter Gemeinde sind erst vom Jahr 1542 an bekannt und auch diese werden erst durch die vom Verf. im Anhänge mitgetheilten Documente beleuchtet. Durch die klare und ausführliche Darstellung der verschiedenen Vorgänge vom J. 1542 an (S. 19 ff.,) werden dieselben in das rechte Licht gesezt. Von den Persönlichkeiten, die wir hier kennen lernen, sind manche bisher unbekannt gewesen. Mose Epstein (S. 28) wird auch von Juspa Hahn (No. 994) citirt. Zweifelhaft ist, ob der den Semag-Commentar von Josef Kremniz approbirende הר״ר אלכסנדרי p ילדא הכהן als ein Sohn des Rabbiners Alexander Cohen (das. u. Comm. S. 159) anzusehen ist. — Betreffs des vielgenannten Simon Günzburg S. 83 A. 1) wäre noch zu bemerken , dass auch sein Nachkomme David Grünhut (Titelblatt zu מגדול דוך Ed. 1702) ihn mit dem Schwager des R. Mose Isserls identificirt und auch dessen Vater und Grossvater, welchen lezteren er aus Fürth stammen lässt, nennt □הוא שמעון הנ״ל בר אברה 1•בן הר״ר יחיאל מפורטי ז״ל) Auch sein Urenkel war unter dem Namen R. Simon Günzburg als groszer Talmudist bekannt (s. das zu 0' וישב) — Der Arzt Mose Maor Eaton (S. 34) wird in dem Kaufbriefe des OxfOrder Codex, der Menachem’s Lexikon und andere Schriften enthält, הגאון אביר הרופאים מוהרר משה מאור קטן פרייסטט genannt, vgi. über jad. Aerzte (und Aerztinnen) in Frankfurt, Kriegk, deutsches Bürgerthum (S. 1, 2; 36—49, 54). — Das Jahr, in welchem R. Jesaia Hurwitz als Rabbiner in Frankfurt a. M. angestellt wurde, steht nicht fest (s. S. 41), mit gröszerer Sicherheit ist anzunemen, dass er spätestens im J. 1615 nach Prag berufen wurde. R. Samuel Bachrach bemerkt nämlich am Schlüsse eines an R. Jesaia gerichteten Schreibens (Resp. חוט השני No. 11), er habe gehört, dass dessen bereits früher in Aussicht genommene An- Stellung in Prag nun vollendete Thatsache sei. Da R. Samuel 1615 starb, (8. Levysohn Epitaphien S. 53), so muss R. Jesaia wol noch vor diesem Jahre Frankfurt verlassen haben. Den Biographen desselben ist auch ein aus Palästina erlassenes Sendschreiben unbekannt geblieben, in welchem R. Jesaia das Tragen seidener Gewänder auf das Entschiedenste untersagt und es den Gemeinden zur besondern Pflicht macht, dafür zu sorgen^ dass diesem Verbote in umfassendstem Masze Geltung verschafft werde. Auch die Unterhaltungsspiele (״Karten- und Brettspiel“) belegt er mit l) Nach einer Mittheilung Pallmanns (Ambrosius Froben von Basel als Drucker des Talmud, Archiv f. Gesch. d. deutschen Buchhandels 8 S. 5), wohnte Simon von Günzburg auch in Schwaben. Er hatte zur Drucklegung des Talmuds seinem in Frankfurt wohnhaften Neffen, Simon zum Gembs, 8000 Gulden vorgestreckt.