Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 209)
- Language
- German
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205 und es der Würde des höchsten Wesens nicht angemessen ist, unmittelbar in den niederen Einzeldingen diesen wirken zu lassen , meint er, muss jedem als völlig correct erscheinen. Es ist demnach die Stelle ולמה שהיתה זאת בונות הבתוב והוא מסבים לדעת בעלי ההגדלה לקחנו דעה שאין בו מחליקח s0 zu Übersezen: Und da dieses der Sinn der Schriftstellen ist (dass nämlich Mittelwesen wirksam sind), und dies zugleich mit der Ansicht derer übereinstimmt, die alle Macht nur Gott beilegen (es wird nämlich in den angeführten Stellen bezeugt; dass die Mittelwesen nur nach dem Willen Gottes handeln), gewinnen wir eine Ansicht, bei der die Meinungsverschiedenheit aufhört. Die den בעלי ההגדלק zugeschriebene Ansicht liegt in der Consequenz der von den Aschariten aufgestellten Theorie, dass alle schöpferische Thätigkeit nur aus dem Willen Gottes sich herleite (s. Aron b. Elia, Ez Chajim Ed. Delitzsch p. 130). 28. Beiträge zur hebräischen Grammatik im Talmud und Midrasch von Dr. A. Berliner (Jahresb. d. Rabbinerseminars f. d. orth. Judenth. 1878—1879). Berlin 59 S. Dass die Tanaiten und Amoräer eine gewisse praktische Kenntniss der hebräischen Grammatik besessen haben, lässt sich selbst an den künstlichen Deutungen, die ihnen als tiefere Schriftexegese galten, noch klar erkennen. Allgemeiner Regeln und theoretischer Grundsäze bedurfte es für sie nur hinsichtlich der biblischen Hermeneutik, die nicht mit ausschreitender Willkührlichkeit gehandhabt werden sollte, nicht aber für das grammatische Verständniss des Schriftwortes, das, nachdem es nur darauf ankam, die traditionelle Halacha durch dasselbe zu stüzen und daraus Lehre für das Leben abzuleiten, an und für sich nicht angestrebt und, zumal die hebräische Sprache noch lange nicht todt war, nicht erst auf dem Wege besonderen Studiums gesucht wurden musste. Directe grammatische Lehrsäze sind daher in der talmudischen Literatur nicht zu suchen. Die wenigen Aussprüche dieser Art dienten nur hermeneutischen Zwecken, doch finden sich in derselben zalreiche speeielle Bemerkungen und Besprechungen von Schriftstellen, aus denen man gelegentlich erfährt, welches Verständniss von den grammatischen Wortformen und SazVerbindungen vorhanden war. Auf Einzelnes hat in gröszerem Zusammenhänge S. G. Stern (Liber Resp. Beilagen p. 40—58) hingewiesen; das Material ist noch viel reicher und konnte auch in vorliegender Schrift nicht vollständig verwertet werden. Dafür hat der Verf. das Meiste, was über Namen, Form und Aussprache der einzelnen Buchstaben angegeben wird, gesammelt und besprochen und überhaupt dem Gegenstände zuerst eine umfassende systematische Be-