Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 206)
- Language
- German
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202 runter ohne Zweifel ״die Bücher des Homerus“ zu verstehen.1) — In Exuurs I. (S. 79—100 weist der Verf. mit unwiderleglichon Argumenten nach, dass die sämmtlichen im Namen eines Peripatetikers Arstobnl angeführten Stellen apokryph sind. Nach einigen Bemerkungen über die Gnosis (S. 103—115) folgt eine eingehende Untersuchung der aus der Tanaitenperiode stammenden Aussprüche und Vorstellungen, in denen deutliche Spuren derselben zu erkennen sind (S. 114 ff.). Die S. 117 angeführte Bemerkung zu Gen. 28, 12 nach welcher die Engel, die auf der Leiter auf und niederstiegen, das Bild Jakob’s oben und dann wieder unten sahen und, da dieses, mit jenem verglichen, ihnen unvollkommen erschien, ihn deshalb angreifen wollten (Chul. 911עולים מסתכלי! בדיוקנו של מעלה ויורדים ומסחכלין בדיוקנו של י מטה וכי) reflectirt eine specifisch gnostische Anschauung. In einem Gebete der Marcianer, wird der Gedanke ausgesprochen, dass die Engel, die allezeit ״das Angesicht des Vaters sehen, ihre Bildnisse zu sich hinaufziehen, welche die Achamot, die die niedere Welt organisirte, wie in einem Traum sich zur Erscheinung brachte und damit die Menschen beseelte (Neander a. a 0. S. 185). Dass die niedere Welt nur das mangelhafte Abbild der vollkommenen höheren Welt ist, lehrt bereits Valentin. Mit seiner Ansicht, dass der Demiurg die unvollkommene Nacbildung der Herrlichkeit Gottes («der Grosze des Antlizes“ Neander S. 124) ist, ist die talmudischs Lehre, dass, nachdem das Cherubsgesicht in dem Ezechiel’schen Thronwagen das eines Menschenkindes ist und demnach noch ein Antliz eines Menschen hier erwähnt wird, mit jenem das ״kleine“ und mit diesem das ״grosze“ Gesicht dargestellt wurde (אפי רברבי ואפי זו^רי Chagiga 13 b), fast völlig identisch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass mit den ״Weltfürsten“ (s. S. 124 ff.) eben der Demiurg gemeint ist. Die Anlehnung an Ps. 37,25 (״ein Kind war ich u. s. w.“ Jebamot 16b) lässt durchblicken, dass diese Figur von der Cherubsgestalt des Ezechiel’schen Thronwagens, dem ״Kinde“ oder ״kleinen Angesichte,“ nicht verschieden ist. — Sehr richtig ist S. 142 die Erklärung der Stelle 'ותהו זח קו ירוק יכ (S. 142) und der Nachweis {S. 147 A. 1), dass Valentin’» Lehre von der gestaltenden Einwirkung des Kreuzpfahls in anderer Form bereits von Plato ausgesprochen wurde. Wir wollen nur daran erinnern, dass die haggadische Deutung, das ״Licht“ (Gen. 1,3), sei der Geist des Königs Messias (Gen. rab. c. 1), die Lehre Valentins, dass Christus das concentrirte Schöpfungslicht sei (Neander S. l) Wie in j. Synh. 1. c. dieser Ausdruck hier aufgenommen wurde, weil בן סירא bereits in dem ersten Absaze erwähnt war, so ist auch im Chul. 60b ספרי מידם (nach LA. in Ar. s. v.) eine Beminiscenz aus M. Jadajim und dafür מעין ,D zu lesen. In Midr. Ps. c. 1 (vgl. Jalkut II, 613, 678) werden durch ספרי מירס Profanschriften bezeichnet.