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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1883-01-01 · V. und VI. (1883) · page 204

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
V. und VI. (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 204)
Language
German
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200 Zeit nicht nur geduldet, sondern auch in mancher Hinsicht bevorzugt wurde, aus den jüdischen Kreisen zu verdrängen. Es wurde gegenüber dem Christentume, das jezt von dem jüdisch-nationalen Elemente sich unabhängig machte und zu demselben in eine oppositionelle Stellung trat, für ratsam gehalten, den Gebrauch der griechischen Sprache durch ein Verbot zu beschränken, wie denn auch die aus dieser Zeit stammende Akylas’sche Version dazu dienen sollte, den griechisch redenden Juden für die Septuaginta, die bereits der Christenheit angehörte, einen passenden und zweckgemäszen Ersaz zu bieten. Mit Recht nimmt der Verf. an, dass die Erlaubniss zum Wiederaufbau des Tempels (Gen. rab. c. 64), die von den Christen hintertrieben wurde, von Trajan ausgegangen sei — so fasst es, vielleicht auf Grund einer alten LA. auch Zacuto auf (Juch. Ed. Fiiip. 39 b. 1 — •(ע״פ קיסר טיריינוס אבי אדרינוסDoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese die Veranlassung zur Einsezung des Trajanustages (Fastenchronik c. 12) war. Noch weniger annembar ist, dass man auszer diesem Tage noch in derselben Woche ein zweites Halbfest zum Andenken an den Beginn des Baues eingesezt habe. Es ist auch nicht von dem Bau des Tempels am 16. x\dar, sondern von dem der Mauern Jerusalems die Rede. Die Hinrichtung des Lusius Quietus bei seinem Rückzuge von Palästina im ersten Regierungsjahre Hadrian’s, die vielleicht auch durch jüdischen Einfluss herbeigeführt wurde (vgl. Volkmar, Handbuch d. Einl. in d. Apogryphen I, 66 ff.) wurde, da sie ihnen als eine significante Rache des Himmels für den Tod ihrer Führer Lulianus und Pappus erschien, als ein glückliches Er״ eigniss gefeiert. Der Name ״Trajanus-Tag,“ konnte unter Hadrian ohne Gefahr gebraucht werden; er sollte daran erinnern, dass die durch Trajan eingeleitete Verfolgung nun zu Ende sei. Die Angabe späterer Amoräer (Taanit 18b, j. Meg. 1, 4), dass die Feier des Trajanustages durch den gleichzeitig erfolgten Tod der bereits genannten Jul. u. Pappus paralysirt wurde, ist nur zur Rechtfertigung einer halachischen Ueberlieferung aufgestellt und daher zur Aufhellung der Thatsachen nicht verwendbar. — Sehr ansprechend ist die Vermutung (S. 33), dass der Vorsteher der christl. Gemeinde in Jerusalem, Simon Clopha, der im J. 116 den Märtyrertod erlitt, zu den national gesinnten Judenchristen gehört habe. Man darf auch die Anname wagen, dass ״Simeon-ha-Pekuli“ von welchem R. Gamaliel II. in Jabneh die Ordnung der achtzehn Benedictionen entwerfen liess (Berachot 28b) mit Simon Klopha identisch ist. Es ist sonst nicht zu erklären , warum dieser weiter nirgendswo erwähnt wird und selbst diese Angabe ganz vereinzelt dasteht. Vielleicht galten die späteren Sagen, die Simon Kefa (Petrus) zum Verfasser von synagogalen Gebeten machen, ursprünglich von Simon Klopha, welcher Name in שמעון הקלפוני (jabrb. 4 S. 124 A.) fast noch augenscheinlich zu erkennen ist. — Bei der Untersuchung darüber, ob die Schriftgelehrten zur Zeit, als die Akylas’sche Version entstand, die subjective Ueberzeugung hatten, dass ihre

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