Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 177)
- Language
- German
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173 die Palmyrener dem Feinde, der Jerusalem einnahm, ein Hilfsheer gestellt hätten (Jebam 16b), erscheint in den palästinischen Quellen (j. Taanit 4, 5, Echa rab. 2, 4, Gen. rab. c. 56) in anderer Version. Palmyra, heisst es da, wäre Bundesgenossin des Feindes sowol bei der Zerstörung des ersten als auch bei der des zweiten Tempels gewesen; den Römern habe es 40000, nach anderer La. 80 000 Bogenschüzen als Hilfstruppen gesandt. Aus anderer Quelle wissen wir, dass der Perserkönig Vologeses Vespasian 40 000 Bogenschüzen zur Verfügung gestellt habe (Sueton Vesp. c. 6, vgl. Tacitus hist. 4, 51). Von diesen wurde ein grosser Theil dem in Judäa unter Titus stehenden Heere eingereiht (Tac. ib.). Den Haggadisten war dies noch aus älterer Tradition bekannt, die überdies auch die specielle Angabe enthielt, dass Palmyra zu den partischen Hilfstruppen ein grosses Contingent gestellt hatte.1) Die S. 37 A. 2 vorgeschlagene Emendation הרפניא לפום הומניא •1) נהרא Jebam. 16b) wird durch die von Neubauer (geogr. de Talmud 367 A. 4) mitgetheilte handschriftl. LA. in Kid. 73a bestätigt. Mit Recht wird S. 39 A. die Auname, dass mit פרת דבורסי (Joma 10a, Kid. 72a) Borsippa gemeint sei, verworfen, aber eine Emendation von בו^סי אספסנא durfte gegenüber dem Zeugnisse zweier von einander unabhängiger Texte gar nicht vorgeschlagen werden. Es ist nicht so sicher, dass חביל ימא Mesene bezeichne; auch die Frage מאי חביל י^א erschiene sonst etwas seltsam .Es ist wahrscheinlich, dass der ganze nördliche Küstenstrich des persischen Meerbusens gemeint ist und dass deshalb eine speciellere Angabe gewünscht wurde. Die Stadt פרח דבורס wird daher im Gebiete von Susiana und Elymais zu suchen sein. Der Name kommt sonst nicht vor, es ist aber doch nachzuweisen, dass die als ״der Purpur der Seeküste“ genannten Ortschaften שוניוא ימוביא;צוצרייה in dem Gebiete von Elymais lagen. Das zulezt genannte ,צוצרייך־־ is$ n>it Sostrate (auch Sostra, Scytra, Soractia genannt, vgl. Blau S. 323 A. 5 u 325) identisch, das an der Küste von Susiana lag. Dass מבאי (Haba) nach Elymais gehört, bedarf keines Beweises (s. Blau a. a. 0.). In שוניא ist *iell. das an der Tigrismündung gelegene Susiana (Strabo 15, 3, 5) zu erkennen. Es ist möglich, dass פרח דבור סי der heimische Name für das elymaeische Selucia (Plinius 6, 136), war. Diese Stadt lag ebenso wie Sostrate an dem Gebirge Chasirus und könnte demnach בוסרי oder כורסי geheiszen haben. Es ist nicht gut möglich, dass man die verrufenen Mesener, die kein Geringerer als Rab von der jüdischen Stammesgemeinschaft ausschloss, später als die Auslese der Babylonischen Judenheit bezeichnet hat; ihre Rehabilitirung hat sich im Laufe der Zeit im Stillen vollzogen. *) Der Bericht scheint einer älteren schriftlichen Quelle zu enstammen, da im j. T. für ״Bogenschüzen“ das Wort □קשטי gebraucht wird, das in dieser Form nur in einer palm. Inschrift noch vorkommt (vgl Nöldeke Ztschr. d. DMG, 24 S. 97).