Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 153)
- Language
- German
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149 Mit einer genauen Vergleichung der Textvarianten geht die Besprechung des Inhalts der einzelnen Säze Hand in Hand7 indem derselbe theilweise durch reiche literarische Nachweise aus dem altern und jüngern Schriftturne und theilweise durch die Erforschung und Darstellung der hier in Betracht kommenden Realien soweit, als die vorhandenen Hilfsmittel es ermöglichen, in’s Licht gesezt wird. In der Einleitung, in der Composition, Alter und Vaterland des Buches Gegenstand (eingehender. Untersuchung sind, ist kein Moment übergangen worden, das hier in Erwägung zu ziehen wäre. Das hauptsächlichste Ergebniss ist, dass dasselbe palästinensischen Ursprungs ist, etwa aus dem 8. Jahrhunderte stammt und aus früheren gleichartigen Schriften in der uns vorliegenden Gestalt hergestellt wurde. Die Thatsache, dass bereits Kaliri aus dem Soferim Tractate schöpft (vgl. zu Zunz Ltgesch. d. syn. Poesie S. 31 und 61 No. 2. Maimoniot zu Chanuka 4, 1) ist dem Verf. unbekannt geblieben. Es verdient auch erwähnt zu werden, dass R. Jehuda d. Fr. es blos als ein practisches Handbuch ansieht, das mit den eigentlichen Talmudtractaten nicht in gleichem Range steht (ותקוני עולם כגון מס׳ סופרים b. d. Fr. No. 367). — Im Commentar kann, zumal gute Vorarbeiten vorhanden sind und die geschichtlichen und literarischen Notizendes Soferim-Tractates bereits vielfach erörtert worden sind, begreiflicherweise nicht durchwegs Neues geboten werden, allein der Verf ist sichtlich bemüht, Alles beizubrtngen, was zur Klarmachung der einzelnen Säze und des in ihnen behandelten Lehrstoffes dienlich ist. Es wird nichts unerklärt gelassen und besonders zu jeder Stelle, die einer näheren Erläuterung bedarf, eine von reicher Sachkenntniss unterstüzte Erörternng dargeboten. Dass noch Manches zweifelhaft bleibt und hier und da noch Einzelnes nachzutragen ist, ist dadurch freilich nicht ausgeschlossen. So wird in der Bemerkung zu 1, 9 (S. 14 No. 43) betreffs der Aenderung, die in der Septuaginta in Gen. 5, 2 vorhanden gewesen sein soll, darauf hingewiesen, dass eine solche für Gen. 1, 27 nicht angegeben wird. In der Mechilta (Ed. Friedm. 15 b) wird nun in der That dieser Vers angeführt, wie denn auch in dem Jonathan-Targum der Auffassung, dass לבר ונקבה Fier «Männliches und Weibliches, das in dem einen Menschen vereint gewesen,“ Ausdruck gegeben wird(] דברונוקבא^בגוה ו• Die jüngeren Schrifterklärer namen an diesem Passus keinenAnstoss, weil dieser Bericht von der Erschaffung des Menschenschlechtes verstanden wurde, währenddem in 5, 2 mindestens der erste Saz noch speciell auf Adam bezogen werden muss. Die 70 sezen auch in Gen. K. 1 av&^owcog für □׳אך fassen hingegen in Kap. 5 dieses Wort als Eigenname auf. Man nam daher an, dass die angegebene Aenderung in 5, 2 vorgenommen wurde, damit diese Stelle nicht mit 2, 22 in Widerspruch stehe. Ursprüngtich wurde dies in der That von Gen. 1, 27 berichtet. — Auch betreffs Gen. 18,13 stellt der Verf. (S. 15) blos die Meinungen zusammen, ohne sich für die eine oder die andere zu entscheiden. Der Grund, aus welchem בקרבה beaustandet wurde, liegt einfach darin, dass nach damaliger Auffassung קרב Fier Be-