Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 150)
- Language
- German
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146 die einzelnen Bestandteile der lezteren zu den in ersterer vorgetragenen Lehrsäzen stehen, nachzuweisen unternimmt. Die Wirrniss und Unordnung, die nun hier in der Tosefta herrscht, fällt nach H. Schwarz den Abschreibern zur Last, die sehr häufig die Nachträge an dem Unrechten Ort angebracht und dadurch die ursprünglich planmäszig angelegte Sammlung verunstaltet haben. Den an so vielen Versezungen und Verschreibungen leidenden Toseftatext glaubt Hr. Schwarz dadurch wieder heilen zu können, dass er denselben in seine Bestandteile zerlegt und auseinandergeri6sene Stücke mit einander verbindet, beziehungsweise in die Ordnung bringt, in der sie logisch aneinanderzureihen wären. In so corrigtrter Gestalt sollte nach des Verfassers Ansicht der so arg verwahrloste Toseftatext in einer krititischen Ausgabe desselben dargeboten werden. Trozdem nun der Verfasser mit vielem Geschicke bei diesem Verfahren zu Werke geht, und die Argumentationen, auf welche er seine Conjecturen stüzt, ihre sachliche Begründung in sich tragen, stöszt die Anname, von der er ausgeht, doch auf nicht unerhebliche Bedenken. Aus der Thatsache, dass die Tosefta in vielen Theilen der logischen Ordnung entbehrt, folgt keineswegs mit Gewissheit, dass sie je in einem nach unsern Begriffen bessern Zustande sich befunden hat. H. Schwarz würde wie jeder andere Schriftsteller, wenn ihm die Aufgabe gestellt wäre, aus dem in der Tosifta zusammengetragenen Lehrmateriale ein Nachtragswerk zur Mischna zu schaffen, zweifelsohne in der Vertheilung dieses Stoffes einer bessern Methode sich befleissigen; ob es aber dem Verfasser der Tosefta darum so sehr zu thun war, darf billig bezweifelt werden. Es wäre daher sehr gewagt die Correctur, die den Verfasser mit Recht trifft, auch ohne Weiteres auf den Text desselben zu übertragen und ihm durch Emendationen, welche ihn in der That verständlicher machen, aber doch nur als Zurechtlegungen nach eigenem Ermessen und selbstgeschaffenen Gesichtspunkten anzusehen sind, eine Gestalt zu verleihen, die er kaum besessen hat. Wie man, um die oft scheinbar unmethodische Aneinanderreihung der Baraita’s zu erklären, nicht zu der freilich alle Schwierigkeiten lösenden Anname, dass der Text regellos durcheinander geworfen ist, seine Zuflucht nemen muss, möge hier nur an einigen Beispielen gezeigt werden. S. 20 ist es für den Verf. gewiss, dass 4, 1 u, 21) vor 3, 12 zu stehen kommen. Es bedarf aber keines weiteren Nachweises, dass jene beiden Halacha’s mit No. 3 in Verbindung stehen und in allen diesen Bestimmungen darauf hingewiesen werden soll, dass die Erwärmung des Wassers, von welchem am Sabbat Gebrauch gemacht wird, vor Beginn desselben beendet sein muss. In No. 1 wird dasselbe betreffs des Garwerdens der in Wasser ף Wo wir blos Nummer des Abschnitts und des Absazes angeben, ist Tosefta Sabbat Ed. Zuckermandel gemeint.