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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1883-01-01 · V. und VI. (1883) · page 149

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
V. und VI. (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 149)
Language
German
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145 sehr mühevolle, wie auch die dargeboteue Leistung in vieler Hinsicht nüzlich ist. י) 7. Die Tosifta des Tractates Sabbath in ihrem Verhältnisse zur Misehna, Britisch untersucht von Dr. Adolf Schwarz, Rabbiner in Karlsruhe, Karlsruhe, Bielefeld 8. 8° u. 144 S. Der Verfasser geht vom richtigen Grundsaze aus, dass ein sicheres und endgiltiges Urteil über den Charakter und die Entstehung der unter dem Namen Tosefta auf uns gekommenen Boraitasammlung erst durch eine eingehende kritische Vergleichung der einzelnen in ihr enthaltenen Bestandteile mit den correlaten Lehrsäzen der Misehna, zu denen sie gehören oder in Beziehung stehen, sich werde gewinnen lassen. Man gelangt zwar auf diesem Wege zu so verschiedenartigen Wahrnemungen, dass es eines besonders klaren und tiefeindringenden Scharf־ blicks bedarf, um mit Hilfe derselben über das Verhältniss beider Werke zu einander sich die rechte Anschauung bilden zu können, aber das stellt sich denn doch als zweifellos heraus, dass der Verfasser der Tosefta bei den Lesern die Kenntniss der Misehna voraussezt, und dass sie, wie sie auch immer entstanden sein mag, keineswegs als ein selbständiger Lehr- Codex oder als eine von der Misehna unabhängige Sammlung von Ueberlieferungen aus den Schulen der Tanaim anzusehen ist, sondern vielmehr nur Zusäze, Nachträge und theilweise auch Erläuterungen zu derselben enthält. Der hauptsächlichste Beweis dafür ist die von der Misehna völlig abhängige Gruppirung und Verteilung des den Inhalt der Tosefta bildenden Lehrstoffes. In der Aneinanderreihung der Säze wird fast durchwegs die Ordnung eingehalten, in der dieselben oder verwandte Themata in der Misehna besprochen werden, und an vielen Stellen muss man sich den Inhalt des Mischna-Absazes, zu dem sie gehören, vergegenwärtigen, da sie sonst als Bruchstücke erscheinen würdeu, die jedes Anhaltes und Verstandnisses entbehren. Was soll man nun von den fast in jedem Abschnitte der Tosefta vorhandenen Partien denken, die dieser Anname gegenüber als eben so viele Ausnamen erscheinen, indem in denselben nicht nur die in der Misehna vorgezeichnete Reihenfolge oft vielfach umgekehrt, verlassen und durchbrochen wird, sondern auch Halachas vorgetragen werden für die in dem Inhalte des Mischnaabschnittes, der durch sie ergänzt werden soll, gar kein Anknüpfungspunkt vorhanden ist? Ein wertvoller Versuch zur Lösung dieser Frage liegt uns in dem vorliegenden Werke vor, in welchem der Verfasser Misehna und Tosefta des Tractates Sabbat in ihrem Verhältnisse zu einander untersucht und die Beziehung, in welcher *) Ein nachträglich hinzugekommenes Supplement (Trier 1882) enthält die früher noch nicht vollendete Uebersicht und verschiedene Register, die die Brauchbarkeit des Werkes um ein Bedeutendes erhöhen. 10

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