Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 143)
- Language
- German
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139 5. מדרש פסיקתא רבחי Pesikta, rabbati, kritisch bearbeitet u. s.w. von M EViedmann, Lector am Bet-ha-Midrasch in Wien, nebst einem Lexidion der vorkommenden griechischen und lateinischen Fremdwörter von Rah. Dr. Moriz Güdemann. Wien 1880, Selbstverlag 8. 26 S. u. 205 Bl. Der Pesikta rabbati, deren erste Ausgabe lange die einzige geblieben, ist bereits zweimal und zwar nahezu gleichzeitig die Wohlthat einer kritischen Bearbeitung zn Theil geworden. Eine neue Edition musste, da das Buch in sämmtlichen früheren Auflagen bereits selten geworden ist, in hohem Masze als wünschenswert erscheinen Es ist als ein Glück für dasselbe zu bezeichnen, dass Hr. Friedmann, dessen Meisterschaft in der Behandlung rabbinischer Texte bereits vollauf bewährt ist, sich dieser Aufgabe unterzogen hat. Vergleicht man den nicht selten bis zur Unleserlichkeit entstellten, vielfach lückenhaften und mit allerlei Curruptelen behafteten, fast ohne jede Abtheilung fortlaufenden Text der ersten Ausgabe mit der vorliegenden Edition, so wird man bald finden, dass derselbe unter der Hand seines neuesten Herausgebers eine ganz andere Gestalt gewonnen hat, auf seinen ursprünglichen Bestand wieder zurückgebracht und in der That erst in allen Theilen verständlich und lesbar geworden ist. Nüzliche und umfassende Vorarbeiten standen ausser den diesbezüglichen mehr literaturgeschichtlichen Studien Zunz’s und Buber’s nur in den kritischen Commentaren Einhorn’s und Margaliut’s zu Gebote, deren Verbesserungen und Nachweise auch nach Gebühr gewürdigt werden; in der Beibringung, Vergleichung und Prüfung der zahlreichen und vietfach zerstreuten Parallelstellen hat Hr. F. indess weit mehr als seine Vorgänger geleistet, auch ist er bei der Benuzung der in der Editio princeps aufbewahrten Lesearten viel sorgfältiger zu Werke gegangen. Sehr oft muss der Herausg. bei der Unzulänglichkeit des vorhandenen Materials zur Conjecturalkritik seine Zuflucht nemen, die er jedoch mit sicherem und selten fehlgehenden Tacte zu handhaben versteht, so dass auch die auf diesem Wege gefundenen Auf- Schlüsse zumeist richtig und einleuchtend sind. Man muss diesen reichen, mit grosser Gelehrsamkeit zusammengetragenen kritischen Apparat sammt den vielen Emendationen und richtigen Bemerkungen, die in demselben dargeboten werden, aus dem Buche selbst kennen lernen, um von der Leistung des Verfassers ein Bild zu gewinnen, und es wird daher hier nur Einzelnes zu besprechen sein, das der Berichtigung oder weiteren Ausführung bedarf. Die erste Deutung zu Ps. 42,2, betreffs welcher das Vermerk eines Copisten auf eine andere Stelle des Buches verweist (s. lb A. 7), ist nicht aus der Pesikta verschwunden. Sie ist an der bezeichneten Stelle (189b) in den Worten צמאה נפשנו לראותך gegeben, vgl. Einhorn z. St. — Die Anzeichnung . . ד״א והיה vor והרי שא*רע ist hier nicht am Orte, da das im früheren Absaze begonnene Thema hier weiter ausgeführt wird. Auch hätte die Anspielung auf das Morgen- und Abendgebet, die in תעופינה und ארובותיהם (des. 60, 8) gefunden wird, einer