Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 102)
- Language
- German
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98 vor etwa dreihundert Jahren noch vollständig vorhanden waren, ist die Wiederentdeckung bis jezt noch nicht geglückt, bei Midrasch Abchir, den Asaria dei Rossi gesehen (Zunz g. Y.S. 283 A. f.) und dem Midrasch Agur, den Menachem de Lonsano herauszugeben beabsichtigte. Nach einer Meldung Schwarz’s (50 תבואות האדן b bei Ben-Jakob אצר s. v.) soll lezterer zwar in Druck erschienen sein, es ist aber kein Exemplar dieses angeblich gedruckten Midrasch bekannt geworden. Vorläufig wird es von Nuzen sein , wenigstens die bisher noch unbeachtet gebliebene einzige Stelle kennen zu lernen, die Lonsano (58 שחי ירוח b.) aus demselben anführt. Im Verlaufe der Beweisführung für die von ihm daselbst ausgesprochene Meinung betreffs der Abräumung der Asche vom Altäre bemerkt er nämlich: וכן ארז״ל במדרש אגור בעני; שבח הענוה וז׳־ל בנוהג שבעולם אדם מכבר את ביתו בבגדים בלות שמא מתעטף הוא בכל כליו ומכבד את הבית אבל אהרן לובש שמנה בגרים ורומה כחתן בחופתו והרים אה הדשן• Als Muster der Demut erscheint Ahron von dieser Seite nur noch in Num. rab. c. 4 (auch von L. angeführt). Bachja (Hzpfl. VI, 6 p. 303) erblickt schon darin, dass diese Funktion von Ahron verrichtet werden soll, eine Weisung zur Demut, wozu in Kad ha־Kemach (Art. ,גאוך Ed. Warschau 20 a), in Ausführung dieses Gedankens bemerkt wird, dass auch die Anlegung der acht Priestergewänder für dieselbe zu gleichen Zwecken geboten worden sei (ונצטווה עוד שמונה בגדי כהונה בשעת ההרמה * להתרחק ממדח הגאוה)• Bas wird aber nur im Midrasch Agur in dieser Weise hervorgehoben, den also auch Bachja b. Ascher gekannt zu haben scheint. — Der Midrasch Abchir ist auch gegenwärtig nicht viel mehr als durch die Auszüge im Jalkut (Zunz g. Vortr. S. 282 A. f.) bekannt. Dass der Name von der abbreviirten Wunschformel am Schlüsse der einzelnen Vorträge herrührt (Jahrb. I. S. 246 A 17) *) wird dadurch, dass Mose Tachau (8. או"נ III. p. 88) denselben mit einem Abkürzungszeichen versieht, bestätigt. Die dort angeführte Stelle ist so wie das Citat in Paaneach rasa zu Gen. 5, 29, sonst nicht bekannt. Die Stelle die Hirz Treves (zu האדרת והאמונה Buchst, p) anführt, stimmt mit einigen Varianten zu Jalkut I, 241, d., Salomo Molcho (21 המסיאר b) kennt den Abchir sicherlich nur aus dem Jalkut (I, 133). Das Vermerk in Jalkut II, 76 lautet in Ed. Saloniki blos מדרש und diese Stelle (vgl. Zunz 1) In einer Note zu Schern ha-Gedolim Th. II. Ed. Frankfurt a. M. 1847 S. 243 wird aus Josef Kara’s Machasor-Commentar mitgetheilt, dass אבביר die Worte אמן ברוך יהי רצון darstelle. Ist diese Auflösung auch unrichtig (vielleicht nur ungenau mitgetheilt?), so haben wir doch hier ein von Elasar von Worms unabhängiges Zeugniss dafür, dass dieser Name nur als Abbreviatur angesehen wurde. Als eine solche erscheint diese Buchstabengruppe noch in einem Epigraph vom J. 1476 (Cod. Paris 1088).