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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1883-01-01 · V. und VI. (1883) · page 70

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
V. und VI. (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 70)
Language
German
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— 66 — man über die Zugehörigkeit Davids zum Geschlechte Schela’s durchaus nichts wissen lassen wollte, liegt sehr nahe. Schela war der Sohn Jehuda’s von einer Kenaanitin (Gen. 38, 2. 1. Chr. 2, 3.). Scliela war nach dem Tode der beiden Vorgeborenen der älteste Sohn Jehuda’s;- in Num. 26, 20 erscheint er daher auch in erster Reihe. In der Chronik wird von seiner Nachkommenschaft erst zulezt und fast nur noch summarisch und nachträglich gesprochen. Es hat ganz den Anschein, als ob der Chronist am liebster! gar nichts von derselben erwähnt hätte — in dem biblischen Schrifttume wird über sie überhaupt Stillschweigen beobachtet und nur in Num. a. a. O. im Allgemeinen die Schelanitische Familie erwähnt — wie denn auch in der That der syrische Uebersezer das ganze Verzeichniss bis auf die Ueberschrift weglässt. Auch den alten Auslegern ist der ״kenaanitische Mann“ (Gen. 1. c.) nicht recht, und sie machen lieber aus ihm einen ״Kaufmann“ (Pesachim 50, a. Gen. rab. c. 85. und die Targume). Ihnen machen sogar die ״Töchter“ (Gen. 37, 35) Scrupel, da sie doch höchst wahrscheinlich Töchter Ivenaans waren und R. Jehuda versteht sich, ehe er dies zugiebt, lieber zu der Anname, dass die Söhne Jacobs ihre eigenen Schwestern geehelicht haben (Gen. rab. c. 84). Die Angabe, dass David ein Schelanite war, also eine kenaanitische Stammutter hatte, war nun glücklich eliminirt, aber aus der Erinnerung des Volkes lies sich die Kunde von der halb heidnischen Abkunft desselben nicht ganz weglöschen 5 sie hatte sich, wenn auch getrübt und abgeschwächt, noch im Andenken der Nachwelt erhalten, ein Umstand, der dem Verfasser des Buches Rut für seinen Zweck vortrefflich zu Statten kam. Er konnte darauf rechnen, dass seine Erzälung gar nicht so unglaublich klingen, ja als die richtige Darstellung des durch die Sage bis zur Unkenntlichkeit verdunkelten Sachverhaltes erscheinen werde. David von einer Kenaanitin abstammen zu lassen, das war ihm selbst zu viel; vielleicht wusste er es auch nicht mehr, wie es um die Sache stehe, aber eine Moabitin zu seiner Ahnin machen, das gieng wol an, da das Connubium mit den Moabiten nicht ausdrücklich

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