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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1883-01-01 · V. und VI. (1883) · page 67

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
V. und VI. (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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- 63 — Die historische Basis des Buches Rut. Nach dem Vorgänge Umbreits (s. Geiger Urschrift S. 51) wird gegenwärtig von allen Bibelforschern mit Recht angenommen, dass der Verfasser des Buches Rut nichts anderes bezweckt habe, als zu zeigen, dass auch fremdländische Frauen, die durch Heirat mit Judäern in den israelitischen Volksverband eingetreten sind, der Lehre des Judentums mit vollem Herzen zugethan sein können und daher auch die Abstammung von solchen nicht als ein Makel anzusehen sei. Denjenigen Angehörigen der nachexilischen judäisehen Volksgemeinde, die mit Moabiterinnen sich verehelicht hatten oder Sprösslinge einer solchen Ehe waren und nach der durch Esra und Nehemia in grossem Massstabe vollzogenen Ausscheidüng der fremden Elemente sich zurückgesezt und in ihrem Gewissen bedrückt fühlten, sollte die Erzälung, dass kein Geringerer als der König David der Urenkel einer Moabiterin war, zur Beruhigung und Ehrenrettung dienen. Dass aber ein judäischer Volkslehrer es wagen konnte, in einer Zeit, in der die vielfach stattgehabte Verheiratung von Judäern mit Heidinnen als eine Art Nationalunglück angesehen wurde und es gewiss als wenig rühmlich galt, einer derartigen Ehe zu entstammen, solches für historische Wahrheit auszugeben, ist kaum denkbar, wenn nicht eine Tradition ähnlichen Inhalts in einzelnen Volkskreisen sich erhalten hätte, die dem Verfasser für seine Erzälung einen willkommenen Anhaltspunkt darbot. Es muss, bemerkt Geiger richtig (a. a. 0. S. 52) ״jedenfalls zur Zeit des Verfassers in der Erinnerung des Volkes die Nachricht gelebt haben, dass eine Stammmutter David’s eine Moabiterin gewesen sei, da der Verfasser von einer Erdichtung

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