Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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55 mein Korn zu seiner Zeit nehmen, meinen Most zu seiner Frist“ u. s. w. (2, 11) erinnert 9, 1 u. 2, wo von Israel gesagt wird, dass es Gott untreu wird und den Buhlerlohn an den Kornspeichern liebt, dass aber dieser Ueberfluss aufhören, sein Most es täuschen werde. Wie an ersterer Stelle an jene Ankündigung sich eine andere anschliesst, dergemäss es mit den Festen und Feiertagen ein Ende haben werde, folgt auch hier bald die Frage: ,,Und was wollt ihr am Tage der Festver- Sammlung machen, am Feiertage des Herrn?“ Speise und Trank werden nämlich für den Opferdienst an solchen Tagen benötigt. Die Zeit des Auszugs aus Aegypten ist das Jugendalter Israels (2, 17). Das hat der Prophet auch 10, 2 im Sinne, wenn er sagt: ״Als Israel noch ein Knabe war, liebte ich es, aus Mizraim rief ich meinen Sohn“. Entscheidend für die Identität der Verfasser ist der Gebrauch von . . אמר ל in der Bedeutung ״nennen“ (2, 1, 3, 25; 13, 2 [s. S. 163]; 14, 4). Es ist somit bewiesen, dass die Hosea-Schrift aus zwei Büchern besteht und zwar enthält das erste die Weissagungen Hoseas aus den lezten Jahren der Jehuiden-Dynastte und das zweite Reden, die er während der Regentschaft Menachem’s, Pekaehja’s und in den ersten Regierungsjahren Pekachs gehalten hat. Die Frage, weshalb der Prophet den Weissagungen der ersten Periode symbolische Handlungen zu Grunde legt, Hesse sich zwar einfach damit beantworten, dass die Propheten mit der Darstellung von Visionen oder von gegenständlichen Bildern, durch welche bedeutungsvolle Ereignisse der Zukunft vergegenwärtigt werden, die Reihe ihrer Prophezeiungen zu eröffnen pflegten (vgl. Jes. Kap. 6, Jer. Kap. 1, Ez. Kap. 1), allein es scheint hierfür noch ein tieferer Grund vorhanden zu sein. Man weiss aus Arnos 7, 10—17, dass zur Zeit Jerobeams II. die Strafreden der Propheten beim Volke Unwillen erregten. Die directe Ankündigung unheilvoller Ereignisse, die das Volk und den König treffen werden, wurde nicht gerne gehört. Der Priester Amazia hatte es Arnos geradezu verboten, ״von Israel zu weissagen und von dem Hause Isaks zu sprechen (das. v. 16). Ob er dem Befehle, nach Jehuda zu gehen, gefolgt ist oder nicht, sicherlich konnte er seitdem