Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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44 würden in diesem Falle zwar eine gewisse Uebereinstimmung zeigen, aber das Verhältniss der Nachsäze zu einander um so unverständlicher werden. Als sicher ist nun anzunemen, dass נשא היא בישראל nichts anderes besagt, als: Er (Ephraim) wurde Fürst in Israel. In Levitrab. c. 12 wird für נשא geradezu נשיא geschrieben. Der Saz נשא וגי ist demnach zu übersezen: Als er Fürst wurde in Israel, da versündigte er sich beim Baal und verkam. In dem vorangehenden Saze muss entweder gesagt gewesen sein, dass Ephraim, als es noch auf einer niedrigen Machtstufe stand, von der Sünde des Gözendienstes frei war oder, dass es mit der Zuname seiner Grösse auch die Verderbniss in seiner Mitte gewachsen ist. Der Wortlaut unterstüzt eher eine Auffassung in lezterem als in ersterem Sinne. Wie aus v. 2 zu ersehen ist, schildert der Prophet die steigende Entartung Israels. Der Text dieses Sazes, in welchem überhaupt kein rechter Sinn zu finden ist, ist sicherlich nicht in correcter Fassung auf uns gekommen. Das Hapaxlegomenon לתת endigt mit einem Buchstaben, der dieses Wort auch als Pluralform eines femininen Substantivs erkennen Hesse, wie es denn der griech. Uebersezer — der יהח liest — für eine solche gehalten hat. Ist es nun nicht möglich, dass für רתח ursprünglieh רעית gestanden hat, das, weil das ע zufällig fehlte, von einem späteren Abschreiber in רתת verwandelt wurde? Auch das Wort כדבר giebt hier keinen guten Silin; es ist vielleicht aus כרב (vgl. 10. 1) oder aus כרבות (vgl. Spr. 29, 2) verschrieben. Der ganze Saz lautete demnach etwa: ״ כרבות אפרים [הרבה ה]רעיתJe grösser Ephraim wurde, desto mehr übte es UebelthatenBei der schlechten Beschaffenheit, in der der Hoseatext auf uns gelangt ist, wird diese Conjectur, welche hier eine der Diction des Propheten entsprechende Ausdrucks weise erkennen lässt, nicht als allzu gewagt erscheinen. V. 2. Nach der Meinung sämmtlicher Erklärer kann in הם אומרים nicht Israel das Subject sein, vielmehr seien die Israeliten diejenigen, von denen (להם) man sagt, Menschenschlächter u. s. w. Nach dem Tenor der Bede kann man