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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1883-01-01 · V. und VI. (1883) · page 9

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
V. und VI. (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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5 Ist nun durch die Erkenntniss, dass die beiden Gruppen prophetischer Lehre, die in dem Buche Hosea vereinigt sind, mehr als zwei Bücher, die ursprünglich von einander getrennt waren, denn als zwei Theile eines einheitlichen Ganzen anzusehen seien, eine Grundfrage betreffs desselben gelöst, so sind damit doch nur die äusseren Umrisse dieses Literaturwerkes in das rechte Licht gestellt. Eine weitaus schwierigere und für das Verständniss ihres Inhalts wichtigere Aufgabe ist die Untersuchung der inneren Gliederung seiner Bestandtheile, die an manchen Stellen wie übrig gebliebene Fragmente ausführ־ licherer Betrachtungen aneinandergereiht sind und des ge־ danklichen Zusammenhangs entbehren. Die Verbindung zwischen den scheinbar zusammengehörenden weil unmittelbar auf einander folgenden Sätzen ist oft nur auf eine sehr gesuchte und gekünstelte Weise herzustellen. Man hat Mühe, genau herauszufinden, wo die eine Rede aufhört und die andere anfängt, ja, es erstreckt dieser Mangel an durchsichtiger Vertheilung des Inhalts sich nicht selten auch auf die einzelnen Sätze, in denen ein Hysteron Proteron bemerkbar wird, das durchaus nichts von dem Character der rhetorischen Redefigur an sich hat. Rechnet man zu den Verschiebungen und Ver־ Setzungen, die in dem Texte der Hoseaschrift stattgefunden haben und theilweise schon bei der ersten Fassung desselben stabil geworden sind, noch die Verunstaltungen, die er durch Unkunde der Abschreiber erlitten und die Correcturen hinzu, die geflissentlich in demselben vorgenommen wurden, so wird es, ehe man noch zur Sach- und Inhaltserklärung schreitet, mehr als auf Alles darauf ankommen, die ursprüngliche Gestalt des Textes nachzuweisen und eine Reconstruction desselben vorzunemen. Für die Verbesserung einzelner Wörter geben die alten Uebersetzungen wie auch die Citate und Auslegungen in dem rabbinischen Schrifttume feste Anhaltspunkte, zumeist sieht man sich jedoch hier, namentlich was die Eruirung der Versezungen betrifft, auf die eigene Combination angewiesen. Auch die Parallelen in den anderen biblischen Schriften führen zu Erkenntniss einzelner Corruptelen, von denen der Text der Hosea-Schrift zu befreien ist.

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