Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1883-01-01 · V. und VI. (1883) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
V. und VI. (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2418846-2418859--0913-2419804
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3 lungen ihrer Weissagungen die erste Stelle einnemen, mit dem Ausrufe: Höret u. s. w. beginnen (vgl. Jes. 1, 1,2; Joel 1,1,2; Amos 3,1; Micha 1,1,2). Dass nun in תהלח דבר ה' בהושע (1,2) die zum Proto ־ Hosea (1,2—3,5) gehörende besondere Ueberschrift nicht leicht als solche erkannt wird, ist nur auf die doppelte Veränderung zurückzuführen, durch die sie hindurchgegangen ist. Zunächst fällt die falsche Punctation des Wortes דבר; bei der es unentschieden bleibt, ob durch dasselbe ein Substantiv oder ein Verb dargestellt wird, in die Augen. Die alten Uebersetzer haben sämmtlich דבר gelesen und החלה דבר ה ist in der That auch grammatisch ganz correct, währenddem דבר entweder zur Anname einer unregelmassigen Construction oder einer hier nicht gut angebrachten seltenen Nominalbildung zwingt. Auch scheint החלה, das die Kenntniss der Dichotomie der Hosea-Schrift voraussetzt, nicht ursprünglich zu sein. Denkt man sich dieses Wort aus dem Texte hinweg, so kann man in .דבר ה> בהושע (vgl. betreffs der Construction Num. 12.2) bald den authentischen Titel des Proto-Hosea erkennen. Bei der Vereinigung der beiden zuerst von einander getrennten Hosea-Bücher, bei welcher das offenbar aus älterer Zeit stammende erste Buch (vgl. 1,4) dem zweiten vorangestellt werden musste, wurde 1,1, das früher an der Spitze des vierten Kapitels stand, zur Gesammtüberschrift gemacht und der besondere Titel des Proto-Hosea, der dann nnmittelbar nach derselben zu stehen kam, mit Vor- Setzung des Wortes החלת dazu verwendet, das Verhältniss der beiden nunmehr verbundenen Schriften zu einander zu bezeichnen und ihre Einheitlichkeit ersichtlich zu machen. Man darf es fast als gewiss annemen, dass der Aufname des ersten Hoseabuches in die Sammlung der für die Öffentliehe Vorlesung bestimmten prophetischen Schriften wegen der Bezeichnung Israels als ״Buhlweib“, ״Nicht Erbarmungswürdige“, ״Nicht mein Volk“, ״Ehebrecherin“, die in der hier enthaltenen Weissagung vielfach hindurchklingen, mancherlei Bedenken entgegengesetzt wurden, und dass dasselbe erst nachträglich, als man sich trotzdem hierzu entschlossen hatte, in den Text der Hosea-Schrift eingeschaltet worden ist. 1*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.