Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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2 Verkünder wie der Dolmetsch desselben geworden ist. An Gelegenheit zu wiederholten Anspielungen auf die sinnbildliehen Bezeichnungen, die im ersten Theile als Grundlinien der in demselben vorgetragenen Weissagungen erscheinen, hätte es auch in den anderen Reden nicht gefehlt, and den־ noch werden diese weiter nicht berührt und auch neue symbolisehe Namen nicht geschaffen. Bei allem Bilderreichtume der Sprache, die durch anschauliche Vergleiche belebt ist und in malerischen Schilderungen dakinfliesst, lässt es der Prophet nicht etwa nur bei verhüllten Andeutungen bewenden, deren Sinn der Hörer sich erst zurechtzulegen hat, er greift vielmehr die Schäden, die er rügen will, direct an, stellt dem Volke seine Sündhaftigkeit deutlich vor Augen und kargt nicht mit Hinweisen auf speeielle Zustände und Thatsachen, in denen die Verderbtheit Israels kenntlich zu Tage tritt. Wir werden uns noch weiter mit der Frage zu beschäftigen haben, ob die beiden Theile des Buches Hosea einem und demselben Verfasser angehören. Dass wenigstens der erste Theil ursprünglich eine besondere Schrift gewesen ist, die erst durch eine spätere Hand der Sammlung der Hoseanischen Weissagungen einverleibt wurde, darf schon von Vorneherein als unzweifelhaft angenommen werden. Für die Richtigkeit dieser Anname spricht der offenkundige Umstand, dass dieser Theil noch seinen besonderen Titel beibehalten hat. Die Ueberschrift 1,1 lässt nämlich nichts Anderes erwarten, als dass so* fort eine Rede des Propheten folgen werde. Anstatt dessen wird in v. 2, als sollte dem Leser erklärt werden, weshalb das nicht der Fall sei, angegeben, dass Gott vorher noch Anderes zu Hosea geredet habe. Die mit dieser Bemerknng einge. leitete Partie wird dadurch als eine besondere Weissagung Hosea’s aus früherer Zeit hingestellt, die eben deshalb notwendiger Weise in der Reihe der unter seinem Namen erhaltenen Reden den ersten Platz einnemen muss. Demnach ist es sicher, dass die Ueberschrift 1,1 ursprünglich zu Kapitel 4 ff. gehörte und 4,1 der eigentliche Anfang des Buches Hosea war, wie denn auch sonst die ersten Reden der Propheten oder doch wenigstens diejenigen, die in den Samm-