Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- V. und VI. (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Beiträge zur Erklärung des Buches Hosea. Schon bei einer flüchtigen Durchsicht des Buches Hosea gelangt man zu der fast keinem Erklärer desselben entgangenen Wahrnehmung, dass dasselbe aus zwei Theilen bestehe, welche sich nicht blos äusserlich leicht von einander abgrenzeu lassen, sondern auch durch die Methode der Weissagung, die in jedem derselben eine andere ist, sich wesentlich von einander unterscheiden. In Kap. 1—4 erscheint der Prophet mehr handelnd als redend, die Gedanken und Absichten Gottes werden durch das persönliche Thun des Propheten demonstrirt; die Drohungen wie die Verheissungen, die er verkündet, lehnen sich an symbolische Handlungen an, die er vorher vollführt und die prophetische Rede wird überhaupt nur von einem Bilde getragen, das in seinen verschiedenen Zügen sowol die Schilderung der Sündhaftigkeit des Volkes als auch das von dem Seher entworfene Gemälde des in Zukunft wieder eintretenden Heiles beherrscht. Der Prophet lässt fast durchwegs Gott selbst sprechen und zwar sind es nicht directe Rügen und Aufforderungen zur Einsicht und Besserung, welche der Herr an das Volk richtet, sondern er verkündet ihm, was er mit ihm zu thun gedenke, um es zu sich zurückzuführen und es seines Erbarmens wieder würdig zu machen. In den in den folgenden Kapiteln (4—14) enthaltenen Reden tritt die Persönlichkeit des Propheten vollends in den Hintergrund, dafür wird es aber merklicher, dass das Wort Gottes mit seinen eigenen Gedanken sich verschmolzen hat und er ebenso der 1