Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 186)
- Language
- German
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179 15. Migdal Chananel, über Leben und Schriften R. Chananels in Kairvan nebst hebräischen Beilagen, enthaltend Chananels Commentar zum Tr. Makkoth, Erklärungen zum Pentateuch und zum Buche Jecheskel, Leipzig, 1876, Hinrichs, 8, 32, 52 u. 4 S. Im deutschen Theile der vorliegenden Schrift liefert Hr. Dr. Berliner eine aHsführliche Darstellung der Lebensverhältnisse und besonders der literarischen Thätigkeit R. Chananels. Ausser der Rappaport’schen Biographie, die dieser Arbeit zn Grunde gelegt ist, sind auch die sämmtlichen einschlägigen Untersuchungen benuzt worden. Der Verf. hat überdies in die Quellen selbst Einsicht genommen und sowol aus Werken, die erst in neuerer Zeit veröffentlicht wurden, als auch aus Handschriften Manches ermittelt, das bisher unbekannt gewesen ist. Da diese Monographie ihren Gegenstand vorläufig zum Abschlüsse bringen soll, so wäre Einiges noch gründlicher zu erörtern gewesen. Abraham Ibn Daud’s Bericht über die vier in Gefangenschaft geratenen Gelehrten, die später die Begründer des Talmudstudiums in Spanien und Nordafrika geworden sind, ist zwar schon viel besprochen worden (vgl. Note 3), doch ist die Frage, um welche Zeit das in demselben dargestellte Ereigniss vorgefallen ist, noch nicht erledigt. Der Yerf. reiht (S. 5) die Ansichten Lebrechts und Grätz’s an einander, ohne sich für eine derselben zu entscheiden. Es ist aber leicht zu erkennen, dass lezterer, der R. Mose, den Vater R. Chanoch’s, schon im J. 948 in Cordova eintreffen lässt, von irrigen Voraussetzungen ausgegangen ist. Wir wollen zunächst eines Um- Standes erwähnen, der ihm wol noch nicht bekannt sein konnte, aber bei einer gegenwärtigen Untersuchung als ein nicht zu übersehendes Moment gelten muss. Nach R. Chuschiels Tode richtete nämlich Samuel Ibn Nagdila ein Trostschreiben an R. Chananel (abgedruckt in Hakarmel 8, p. 245—246, neuerdings edirt von Kaufmann in Berliners Magazin Jahrg. 5, hebr. Abth. 64-68, vgl. d. Abth. S. 58—75). In demselben berichtet er, dass er zu Ehren des Verstorbenen zunächst in Granada eine Trauerfeier veranstaltet habe (וכי היכי דאיעסקת בהיספידיה בגרנאטה)• D<>rt wohnte Ibn N. erst seit 1027. Aus dem Passus ל*»הווי בל נצי^והא דמיניה ךבין כווחיה i*1 Chananel’s Antwortschreiben (Hakarmel a. a. 0.) darf vielleicht auch geschlossen werden, dass SamuePs Sohn, Josef, der 1031 geboren wurde, bereits' im Knabenalter stand. Chuschiel kann also spätestens erst um 1027 gestorben und R. Mose daher nicht im J. 948 als gereifter Mann nach Cordova gekommen sein. Es hält schon schwer, das Datum ~ 960, das nach Lebrecht u. A. bei Ibn Daud angegeben sein soll, dem Angeführten gegenüber aufrecht zu erhalten, denn aucn dann müsste Chuschiel ein Alter von 90 Jahren erreicht haben, wofür sonst keine Andeutung vorhanden ist. Damit lässt sich aber dennoch noch auskommen, denn die vier ״grossen Weisenu, die in die Gefangenschaft des maurischen Admirals gerieten, waren zu dieser Zeit noch sehr jung und haben diese Ehrenbezeicliung hier nur ex eventu erhalten. Mit Mose befänden sich seine Frau, die von äusserer- 12*