Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 176)
- Language
- German
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169 verwerfen seien. Den Platz in Abot 3, 26, erhielt diesen Satz vielleicht, weil die Lehre Ben־SomaJs □איזהו חכם הלומד מכל אך f4,1) als seine Rechtlertigung erscheinen sollte. Die mathematischen Kenntnisse mussten nämlich aus nicht-jüdischen Kreisen herübergenommen werden und da schien es wol angezeigt, denjenigen, die dagegen Bedenken trugen, die Lehre entgegenzuhalten, dass man von jedem Menschen etwas lernen dürfe, — Wissenschaftlichen Inhalts ist auch die 2. Hälfte des 5. Bandes, in der die in hebräischer Sprache verfassten Aufsätze des Verfassers gesammelt sind. Ihr Inhalt braucht jedoch hier nicht näher bezeichnet zu werden, da dieselben von früher her hinlänglich bekannt sind und übrigens längst in Fachkreisen den verdienten Beifall gefunden haben. 12. חלוף מנהגים בין בני בבל לבני ארץ ישראל הוצאתיו לאור ע"פ כתבי יד וביאו־תיו אני יואל הכהן מיללער (babyionisch-paiästinisehe Differenzen in Cultus und Ritus, edirt und commentirt von Dr. J. Müller). Wien 18”8, 48 S. Bei einem vergleichenden Studium der beiden Talmude gelangt man bald zu der Wahrnehmung, dass die halachischen Lehrmeinungen in den palästinischen Schulen oft anders aufgefasst und auch anders behandelt wurden als in den babylonischen Akademien. Die religionsgesetzliche Praxis konnte daher nicht hier und dort in allen Stücken dieselbe sein. In der That traten mit der Zeit auch auf allen Gebieten derselben Differenzen hervor, die einen Unterschied zwischen babylonischem und palästinischem Usus begründeten. Einzelne derselben werden gelegentlich im b. Talmud erwähnt, im Allgemeinen wurden sie jedoch wenig beachtet. Man scheint auf sie erst besonders aufmerksam geworden zu sein, als die Karäer sie als Argument gegen den einheitlichen Charakter der Tradition anführten und der Beweis geführt werden musste, dass dieser durch sie nicht aufgehoben werde. Aus der Zeit, in der zwischen Rabbaniten und Karäern hierüber gestritten wurde, also etwa aus d. 9. Jahrhunderte, stammt die Collation baby- Ionischer und palästinischer Usanzen, die, nachdem früher blos einige in der nomologischen Literatur zerstreute Fragmente derselben bekaunt waren, von Salomo Lurja an’s Licht gezogen wurde.*) Mau hat diese alte und *) S. Jahrb. I, S. 28, A. 47. Es Hesse sich auch annehmen, dass Lurja von dem mit ihm verwandten Meir v. Padua eine' aus dem zweiten Theile des Orchot Chajim angefertigte Copie dieser Schrift erhielt, da er durch ein Schreiben desselben (Resp. Meir v. Padua 77 Resp. Sal. Lurja No. 37 d) davon Kenntniss hatte, dass dieser sich im Besitze des genannten Werkes befinde, nur stimmt der Text, in dem es in demselben dargeboten wird, mit der Fassung, in der L es vorfand, nicht überein. Dass L. sein Verzeichniss aus zwei verschiedenen Codices zusammengestellt hat, wie der Verf. (S. 2) vermutet, ist nicht wahrscheinlich, da auch in No. 34