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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 171

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 171)
Language
German
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164 ausgegebene ״Allgemeine Einleitung in die Wissenschaft des Judenthums“ an, welche der Verfasser in drei Hauptfächer eintheilt. Diese Darstellung der geistigen Entwickelungen, welche innerhalb des Judentums vor sich gegangen sind, ist durchwegs von eigener Auffassung getragen. Die Geschichte desselben tritt hier als ein einheitliches Ganzes zu Tage. Viele Bernerkungen, die hier kurz hingeworfen wurden, verdienten weiter ausgeführt zu werden und wären, wenn es dem Verfasser gegönnt gewesen wäre, selbst die lezte Hand an sein Werk anzulegen, gewiss noch nach mancher Richtung hin vervollständigt worden. So wird S. 125 der Name מכילתא? unter dem der ältere Midrasch zum zweiten Buche Mosis bekannt ist, mit Recht auf die Interpretationsregeln des R. Ismael bezogen, die ursprünglich demselben als Einleitung vorangiengen. Dieses Wort ist demnach als ein Plural zu behandeln, wie denn Narboni (Comm. zu More II, 33 Ed. Goldenthal p. 42, Z. 2 v. u.) in der That den Midrasch unter dem Namen מכילאתא ei־ tirt. Als Plurale sind ebenso sicherlich auch die Namen פסיקתא nnd תוספתא anzusehen. Bei lezterem ist darauf schon aus dem Umstande zu schliessen, dass für ׳3 תוספתאuch die hebr. Form תוספות im Gebrauche war, aber auch von ersterem ist dies als gewiss anzunehmen. Zunz hat (g. Vortr. S. 192) darauf hingewiesen, dass die Pesikta auch unter dem hebr. Namen פסקות angeführt wird. Unter Pesikta verstand man nämlich eine in sich abgeschlossene Zusammenstellung von haggadischen Erläuterungen, die zu einem Thema gehören, — der Syrer iibersezt auvrayfiu und f7UT0fjL?j (2. Mac. 2, 23 u. 26) durch פסיקתא ~ und ein Werk, das eine wolgeordnete Reihe solcher Einzelhaggada’s enthielt, konnte füglich nur durch Pesikata bezeichnet werden. — Auch die (S. 74) kurz hingeworfene Bemerkung über die Verehrung der Bundeslade erfordert eine weitere Ausführung. Wie die Bundeslade heisst auch der Sarg, in welchem die Gebeine Josefs lagen, ארין. ln der Haggada wird von lezterem als von einem Osiris-Sarge gesprochen (s. Jahrb. I, S. 144, 150). Er ist das Gegenbild der Bundeslade. Er ist der Sarg des Todten, diese hingegen der אן-ןן des Ewigiebeuden“ (זה אריגו של סח וזה ארונו של חי העולמים Mechiita Ed. Friedmann 24b vgl. d. Parallelst.). Die Bundeslade ist sonach anti-ägyptisch (vgl. auch Bähr Symbolik I, 405), judäisch, währenddem der Josefs- Sarg wol den Ephraimiten, die mehr dem ägyptischen Cultus nachhiengen, als ein religiöses Symbol gegolten haben mag. Es ist bezeichnend, dass im Midrasch für den Josefs-Sarg, der die Israeliten in der Wüste begleitete, eine Rechtfertigung gesucht wird. — Sehr beachtenswert ist die S. 95 aufgestellte Vermutung über den Ursprung des Oniastempels, wenn auch wegen der Form יחתוך die der Name Onias im Talmud hat, ein Anklang an Oh (Heliopolis) nicht sehr wahrscheinlich ist. — Man gewinnt aus dieser Einleitung nicht nur eine umfassende Anschauung von der jüdischen Literatur, zu der sie ein Wegweiser ist, sondern auoh neue Gesichtspunkte und Anregungen, welche sich noch vielfach verwerten lassen. Einzelne kleine Unrichtigkeiten,'wie die Angabe, dass Chabib’s Erläuterungen zu den Haggadas הבונה heissen, (dafür הכותב zu setzen ist, da הבונה einem Späte-

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