Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 164)
- Language
- German
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157 Kujawien, lieferte sogar zu den Halacha’s des babylonischen Talmuds, welche in das Gebiet der Mathematik und Astronomie einschlagen, einen besonderen wissenschaftlichen Commentar (עומק הלכה Krakau 1593). Zu einem Gegenstände speciellen Studiums machten sie auch der als Lehrer Mendelsohn's in weiteren Kreisen bekannte Israel Samosz (vgl. נצח ישראל Ed. Frankfurt a. 0. 52—57 ) und Gedalia Lippschütz (57 רגל ישרה a. 53 b). Nicht minder liessen es die Verfasser von Lehrbüchern der Rechenkunst sich angelegen sein, solchen Stellen eine besondere Besprechung zu widmen, (so Mose Eisenstadt in 1-12 חכמות המספר, Serach Eidlitz in 152 מלאכת מחשבת b. David Friesenhausen in כליל החשבון an den im Index bezeichneten Orten) Mit diesen Erläuterungen könnte man auch so ziemlich auskommen, wenn nicht durch die Weitschichtigkeit, die wegen des nie ganz überwundenen Mangels an Methode sich herausstellt und durch die schwerfällige Darstellung in hebräischer Sprache, bei der die technisehen Ausdrücke erst künstlich geschaffen werden mussten, ein Eingehen in dieselben selbst den Sachkennern so ziemlich verleidet werden würde. Auch diesen wird es daher sehr willkommen sein, dass ein Talmudgelehrter, der zugleich Mathematiker von Fache ist, Hr. Dr. Zuckermann, den wir längst als tüchtigen Forscher auf dem Gebiete der talmudischen Metrologie kennen, es unternommen hat, die erklärungsbedürftigen mathematischen Partieen des Talmud’s zu sammeln und wissenschaftlich zu beleuchten. Die vorliegende Schrift füllt, wie der Verf. mit Recht annimmt, (S. 3) eine Lücke in der Literatur der Talmudwissenschaft aus, und zwar ganz vollständig, indem diese Materie hier nicht nur mit Scharfsinn und Sachkenntnis behandelt, sondern auch mit so durchsichtiger Klarheit dargestellt wird, dass es selbst den minder Kundigen nicht schwer wird, sich in dieselbe hineinzufinden. Sich an den Ideengang eines jeden Autor’s, dessen Worte er auseinanderzusetzen sucht, haltend, versteht es der Verf. besonders gut, diese in die Sprache der modernen Mathematik zu übersetzen und auf diese Weise erst recht den Sinn und Inhalt derselben verstündlich zu machen. Da der Verfasser ״Stellen, worin nur einfache und leicht verständliche Rechnungen Vorkommen“, in dieser Schrift zu besprechen nicht beabsichtigt hat, (S. 5) so wird auch an diesem Orte auf solche nicht weiter hinzuweisen sein. Wenn wir etwas nachzutragen haben, so ist cs nur die zweite Version eines im Talmud erwähntet! geometrischen Lehrsatzes, auf den der Verf. S. 11—13 näher eingeht, ohne auch diese zu erwähnen und zu erörtern, in dem Lehrsätze עגולא מגו רבועא רבעא רבועא מגו עטלא יפלגא nach welchem der Flächeninhalt eines Kreises um 1 4 kleiner als der des ihm umschriebenen Quadrates, dieser aber um die Hälfte grösser als der des dem Kreise eingeschriebenen Quadrates ist, lautet nach einer in Temim Deim No. 243 aufbewahrten L. A. der zweite Theil רבועא מגו ׳* ’עגולא תלתא• «Das Quadrat im Kreise ist ein Drittel“, oder: der Flä- *) Das Wort רבעא fehlt daselbs blos zufällig, für פליגי ist natürlich