Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 163)
- Language
- German
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156 II, 5 (Ed. Jell. p. 120) vorliegen? — In dem Passus האוהב אחד ך,ןא ואתה והאוהבים שלשה מינים (vg1* s. 142, A• 4)siud zwei Sentenzen verbunden. Die erste besagt: Es muss eines sein, ob du oder dein Freund d. 11. Freunde müssen sich so zu einander finden, dass durch ihren verschiedenartigen individuellen Charakter die Pflege der Freundschaft nicht gestört wird. Die zweite spricht von den dreierlei Freundschaften, deren Unterschiede dann M. deutlich erklärt. Dass mit וחאוהבים ein neuer Satz beginnt, geht auch aus Duran’s Comm. z. St. hervor, wo erstere Sentenz für sich allein in der Fassung האוהב אחד הוא או הוא אל אחח angeführt wird. - Bei weiteren Forschungen über Maimuni’s Ethik dürften sich neue Momente von wesentlicher Bedeutung kaum mehr ermitteln lassen. Besonders anerkennenswert ist in dieser Arbeit ausser der regelmässigen Nachweisung der Quellen und Parallelen die planvolle Gruppirung des Stoffes, bei der Wiederholungen und Weitschweifigkeiten vermieden, zugleich aber auch diejenige Uebersichtlichkeit erzielt wurde, bei der das Einzelne stets im Zusamenhange mit dem Ganzen hervortritt. 9. Das Mathematische im Talmud. Beleuchtung und Erklärung der Talmudstellen mathematischen Inhalts von Dr. B. Zuckermann, Breslau 1878, 8, 94 u. 9 S. (Jahresb. d. jüd. theol. Seminars). Aus dem jüdischen Religionsgesetze, wie es in seiner vollen Ausdehnung in der Traditionsliteratur hervortritt, ergeben sich viele Fälle, bei deren Behandlung Zahlengrössen und Massverhältnisse in Betracht kommen müssen. Stellen sich nun diese mehrentheils als ein Gegebenes dar, das sich mit Leichtigkeit fassen und in Anwendung bringen lässt, so wird es doch auch oft nötig, dieselben erst auf dem Wege der Berechnung aufzusuchen und festzustellen. Die Gesezesforscher konnten daher, zumal es ihnen in allen ihren Deductionen auf strenge Genauigkeit ankam, mathematische Kenntnisse nicht gut entbehren. Vielerlei Angaben und Lehrmeinungen, denen wir in den Talmuden begegnen, sprechen auch deutlich dafür, dass die Autoren derselben solche besassen, nur kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, bis zu welchem Grade und in welchem Umfange, da sie nur bei gelegentlichen Aeusserungen hervortreten. Das Verständniss derartiger vereinzelter Aussprüche wird zudem noch dadurch erschwert, dass durch sie zumeist nur die Ergebnisse mathematischer Operationen bekannt werden, ohne dass man in diese selbst einen Einblick gewinnt und selbst da, wo zu ihrer Begründung Lehrsätze angeführt werden, nirgendwo für die Richtigheit derselben ein Beweis gegeben wird. Die Commentatoren, denen es bei der Erklärung des Talmuds um das wirkliche, richtige Verständniss seines Inhalts zu thun war, haben zu Stellen mathematischen Inhalts gewöhnlich ausführliche Erläuterungen gegeben. Ein kenntnissreicher Schriftsteller des 16. Jahrhunderts, Jakob b. Samuel aus Brzecz in