Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 150)
- Language
- German
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143 phischen Systeme Jehuda Halewis nicht streitig machen kann. Es sei hier nur an 4, 3 (S. 307 u. 308) erinnert, wo die Himmel und die Propheten als ״erste Werkzeuge“ des ״göttlichen Willens“ bezeichnet werden, durch welche derselbe, ohne dass es erst der Vermittlung durch Zwischenursachen bedurfte, zur Ausführung gelangt. In 5, 20 (S. 424) erscheinen die ״Geister und Kräfte“ des Menschen iu gleicher Eigenschaft. Jehuda Halewi lässt die Auslegung von Gen. 1, 2 nach welcher der ״Geist Gottes44 den göttlichen Willen, der die Umdrehung der ersten Sphäre bewirkte, bezeichne, gelten (4, 25, S. 353 vgl. 4, 2, S. 373). Durch den Willen Gottes, der durch nichts beschränkt ist, ist die Welt aus dem Nichts entstanden (5, 14, 402). Dadurch werden alle Forschungen über den Schöpfungsprocess überflüssig (vgl. zu 5, 14, 4, 26. 27 S. 358). Was der Wille alles zu bewirken vermag, ist aus 1, 89 und 2, 26 zu ersehen. Jehuda Halewi scheint in dem Willen das Moment der Absicht in den Vordergrund zu stellen, daher die Stellung von ח0ץ zwischen □3ח un(* 11 ,3) יידע• S. 213). Dadurch wird es auch erklärlich, weshalb die Bedeutung des biblischen Attributs חב□ לבב am Schlüsse von 2, 17 besprochen wird. In diesem Capitel wird nämlich zuerst die Lehre aufgestellt, dass Gott nur einen Namen habe. Alle übrigen Namen, die sich in der Bibel finden, bezeichnen ursprünglich nur Eigenschaften und relative Attribute, welche beide nach den Affectioneu, die die Menschen durch seine Beschlüsse und Thaten empfinden, ihm beigelegt werden,*) Nachdem Jeh. Hai. verschiedene Arten der Attribute, welche durch die Bezeichnungen Gottes dargestellt werden, hier nur promiscue erwähnt hat und zwar um einige von diesen, welche man missverstehen könnte, in’s rechte Licht zu setzen, erklärt er, dass in der That auch eine bestimmte Eintheilung unter den Eigenschaften, insoferne wir sie durch die Namen Gottes und durch unsere Erfahrungen betrachten 1erneu, vorhanden sei. Diese sind nämlich pragmatischer oder relativer oder endlich negativer Natur. Diese Eintheilung konnte nur unter dem Gesichtspunkte, unter dem sie gegeben wurde, umfassend sein, sie konnte nämlich nicht auch auf die Bestimmungen, die aus der Bedeutung des Tetragram־ *)שמות הבורא כולם חוץ מהמפורש הם מדות ותבניות טפליות •••־ Dass טפליות nicht auch zu מרות gehören muss, geht auch aus der Fassung des arabischen Textes hervor. Jeh. Halewi will hier offenbar nur sagen, dass alle Gottesnamen mit Ausnahme des Tetragrammaton Eigenschaft ten ausdrüclcen. Da ihm nun das Wort מדות hier, wo er auf alle diese verschiedenen Eigenschaften hinzuweisen hatte, nicht genug bezeichnend war, so nahm er noch einen zweiten Ausdruck für Eigenschaften, der noch eine specielle Nebenbedeutung hatte, nämlich תבניות טפליות zu Hilfe. Es wird hier also nur gesagt, dass alle Namen Attribute, aber nickt, dass alle Attribute relativ sind. Demnach entfällt der Widerspruch, in den Jeh Hai. zu sich selbst gerät (vgl. Cassel 87, A. 2) wie die Conelusion des Verfassers S. 157.