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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 148

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 148)
Language
German
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141 timmungen ״lebend, mächtig, weise“, sind also nur in dieser durchaus nicht essentiellen Bezeichnung Gottes notwendig enthalten. Die Differenzirung, die man in derselben findet, hat so wie diese selbst mit dem Wesen Gottes nichts zu schaffen. Saadja hat, wie wir sehen, allerdings an das Problem, ob die Attribute Gottes von seinem Wesen verschieden seien, gestreift, aber ist darauf nicht weiter eingegangen und brauchte das auch nicht, weil das eine Attribut, das er annimmt und das nur sprachlich in dreifachem Ausdrucke sich darstellt (vgl. S- 54, *n ואנחנו כבר קיימנו העניינים האלה הם הואר אחד) blos einer Bezeichnung Gottes anhaftet, die uns noch zu keiner Vorstellung von seinem Wesen berechtigt, ln der Interpretation des zweiten Theiles der Saadja’schen Ausführungen ist der Verf. von einer irrigen Voraussetzung ausgegangen. *) - Die Emendation von □אד (Saadja S. 58 Z 9 v. u.) in אדמה (S- 56, A. 105) ist unthuDlich, da S. (S. 58) die Stellen Gen. 1, 27 und Deut. 4, 24 nur deshalb zu besprechen scheint, damit sie nicht als Belege dafür, dass Gott als ein Menschenwesen oder als Feuer anzusehen sei, angeführt werden können. Die Aufeinanderfolge אמר קצתם אדם ואמר קצחם אש spricht wenigstens sehr für diese Vermutung. — S. 78—99 sucht der Verf. nach Gründen, aus welchen Saadja in seinem religionsphilosophischen Werke gegen Mohammedaner und Karäer nicht polemisire oder wenigstens die specifischen Glaubenslehren des rabbanitisehen Judentums den lezteren gegenüber nicht vertheidige. Die beste Widerlegung der Beschuldigung, die gegen dasselbe erhoben wurden, dass es nämlich den Anthropomorphismus nicht verwerfe u. dgi. war durch seine eigene Darstellung der Gotteslehre gegeben. Polemische und apologetische Zwecke verfolgte Saadja hier nicht. Wenn er sich mit dem Christentume wegen des differenten Gottesbegriffs und der durch dasselbe behaupteten Abrogirbarkeit der mosaischen Lehre auseinandersezte, so war das notwendig, um das Judentum gegen Ein würfe, die wider dasselbe erhoben werden konnten, ein für allemal zu rechtfertigen. Was er dann noch dem Islam gegenüber zu statuiren hatte, ist unerfindlich. Wenn Hr. K. schon in eine Untersuchung dieses Gegenstandes sich einliess, so hätte er doch auch den Umstand, dass Saadja sein Glaubenswerk in der Periode, in der er sich * *) Fs braucht wol nicht bemerkt zu werden, dass wenn S. wirklich zwischen Wesens- und Thätigkeitsattributen unterscheiden soll, wie der Verfasser S. 68, Anm. es zu erweisen sucht, er unter ersteren nur Merkmale des Begriffes ,,Schöpfer“ verstehen kann. Notwendig ist diese Eintheilung für sein System nicht und das ist auch der Grund aus welchem sie in demselben keinen Platz findet. Der Unterschied zwischen den beiden Arten von Attributen kann für ihn nur darin bestehen, dass zu der ersten die Eigenschaften gehören, die bei der Bezeichnung ״Schöpfer“ notwendig hinzugedacht werden müssen und in die leztern alle Eigenschaften, die wir Gott zuschreiben, weil wir sie in seinen Werken erkennen.

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