Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 147)
- Language
- German
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140 Attribute Gottes von seinem Wesen verschieden seien, ununtersucht. Nachdem nämlich S. die Ansicht aufgestellt, dass in dem Begriffe ״Schöpfer״ Leben, Macht und Weisheit als Merkmale enthalten sind, ohne die er überhaupt nicht gedacht werden kann, sucht er, wie das auch sonst seine Art ist, etwaigen irrigen Vorstellungen, die mit der Erkenntniss dessen sich verbinden könnten, zu begegnen und er war hier um so mehr dazu genötigt, als er, um den Trinitätsglauben zu widerlegen, früher nachgewiesen haben musste, dass die verschiedeneu Eigenschaften, welche in der Bezeichnung ״Schöpfer״ nothwendig enthalten sind, so dass sie mit ihr als identisch sich darstellen, eben keine Verschiedenheit in dem Wessen Gottes erkennen lassen. Zunächst weisen die drei Wörter ״lebend, mächtig, weise“, wenn sie auch nur notbehilflich gebraucht werden, weil die Sprache kein Wort hat, durch welches der Begriff Schöpfer so veranschaulicht werden kann, dass dadurch auch die demselben innewohnenden Bestimmungen sichtlieh hervortreten, auf drei verschiedene Begriffe hin. Darauf erwidert S., dass man sich durch die Wörter, deren man sich der Verständlichkeit halher hier bedienen muss, nicht irremachen lassen dürfe. Es ist hier überhaupt nur ein Begriff vorhanden, für den man nur keinen adäquaten sprachliehen Ausdruck hat, so dass man deshalb genötigt ist, für eine Verdeutlichung desselben seinem ganzen Inhalte nach mehrere Wörter zu Hilfe zu nehmen. Jetzt war aber für die Meinung, dass die Eigenschaften Gottes eine Zusammensetzung in seinem Wesen voraussetzen, noch ein Anhaltspunkt vorhanden, der weggeschafft werden musste. Gesetzt, die Sprache hätte ein Wort, das dem Begriffe ״Schöpfer“, wie Saadja ihn gefasst haben will, entspricht, so würde ja jede der Eigenschaften Gottes, die durch dasselbe kenntlich werden, im Gedanken Gegenstand einer besonderen Vorsteiluug werden müssen. Die Bestimmungen, lebendig, mächtig, weise sind ja schon, wenn sie nur gedacht werden, von einander verschieden und führen daher notwendig zur Annahme einer in dem Wesen Gottes bestehenden Verschiedenheit. Die Mehrheit, die bei solcher Betrachtung in dem Wesen Gottes sich herausstellen würde, kann Saadja nicht wegläugnen, er kann sie nicht in eine Einheit verwandeln, wie ihm das mit den verschiedenen sprachlichen Bezeichnungen so gut gelungen war Er bestreitet daher nicht die Mehrheit, die nach seiner Auffassung des Begriffes ״Schöpfer“ in der Vorstellung vorhanden seiu müsse, hält jedoch denen, die daraus auf eine in dem göttlichen Wesen bestehende Verschiedenheit schliessen wollten, den Grundsatz entgegen, dass eine solche nur in der Körperwelt bestehe, in Gott aber absolut unmöglich sei. Ob in seinem Wesen irgend eine Zusammensetzung vorhanden sei oder nicht, kann daher überhaupt nicht Gegenstand einer Frage sein. Nun fühlt Saadja, dass diese Widerlegung nicht ausreicht. Mit dem Begriffe ״Schöpfer“ verbinden sich einmal drei Attribute, welche in dem göttlichen Wesen gedacht werden müssen. Darauf erwidert er, dass die Bezeichnung ״Schöpfer“ sich nicht aus dem Wesen Gottes herleitet, sondern nur aus dem Grunde, dass ein von ihm Geschaffenes da ist, ihm beigelegt wird. Die Be-