Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
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139 S. 88, 108). Von der jüdischen Sekte der Dschalutija wissen auch die lauteren Brüder (Steinschneider hebr. Bibi. 13, S. 33). Da hebr. גלות Ara. bischen in der Form גאלות erscheint (s. Goldziher S. 77), so dürfte die Identität dieser Namen doch nicht so fernliegend sein. Dschalutija ist höchst wahrscheinlich auf hebr. גלה went^üWenu, ״Geheimnisse kundthun“ (vgl. מי הוא זה שגילה סתריי לבני אדם Meg. 3 a) zuriickzuführen und bezeichnet diejenigen, die einen Einblick in die himmlische Ordnung und die Thätigkeit Gottes zu besitzen glauben Dieser Name scheint mit dem Worte להיגלה »Enthüllung“, ״Revelation“, welches in den grossen Hechalot die einzelnen Absätze bezeichnet, zusammenzuhängen. Man hätte sich demnach unter den Dschalutija die Anhänger der in den grossen Hechalot und verwandten Schriften niedergelegten mystischen Lehren zu denken. Da העלה «Enthüllung“ bedeutet, so הגליה wird wol die ursprüngliche Form des Wortes gewesen sein, die sich in dem Munde derjenigen, die das Studium der Hechalotmystik betrieben, zu היגלה abschliff. — Der Verf. vermisst (S. 22, Anm 45) in dem von Saadja (S. 51) aufgestellten ersten Gegenbeweise gegen den Dualismus das zweite Glied, durch welches auch die Annahme zweier allmächtiger Schöpfer als unmöglich hingestellt werden musste. Dieser Mangel ist aber nicht aus ״der knappen Art der Beweisführung“ allein zu erklären, sondern daraus, dass Saadja hier bereits die Kenntniss des zweiten directen Beweises für die Einheit Gottes, den er früher gegeben (S. 50 vgl. S. 20 d. vorl. Werkes) bei seinen Lesern voraussezt. — Der dritte Gegenbeweis Saadja’s wird S. 23 sehr richtig in dem Sinne, in dem Ahron b. Elia (Ez. Chajim I, 64) ihn ausführte, interpretirt, doch widerspricht der Vermutung, dass S.’s Widerlegung des Einwandes, dass es ja zwischen Licht und Finsterniss auch kein Drittes gebe, die Annahme zur Voraussetzung habe, dass alle Gegensätze nur auf Seite der Accidenzen fallen, Saadja’s eigene Aeuserung שהשנוי וההשתנות לא יהין 3י אם בגשמים ובמקרי□ (S. 53, Z 11 u. 10 V. u.), es müsste diese denn besagen: Verschiedenheit und Veränderung ist nur bei Körpern möglich und zwar durch die Accidenzen, demnach wäre auch die Uebersetzung S.26 zu berichtigen.*) — In dem Passus בלי מחשבה מביאה אחה (Em. we-Deot S. 53, Z. 7 v. 0.) ist אחת zweimal zu schreiben. Derselbe besagt dann: ״ohne dass das Nachdenken sie einzelnweise uns zur Erkenntniss bringt“. Ohne biese Emendation wäre eine solche Auffassung (Z. 26) sprachlich nicht gerechtfertigt. — S. 29 A. 59 findet der Verfasser in Saadja’s Worten mehr als er selbst sagen will. In der That lässt S., wie Bloch richtig bemerkt, die Frage, ob die *) Durch diese Auffassung wäre es auch erklärlich, warum Saadja Gott nur als den ״Schöpfer der Accidenzen“ bezeichnet. Ist die Substanz unveränderlich, dann hat ja das göttliche Wesen in dieser Hinsicht nichts vor ihr vor. Die Ergänzung [הגשמים ו] in Ed. Slucky p. 45 wäre sonach hier nicht am Platze.