Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 131)
- Language
- German
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124 ihm verfassten und in den Synagogalritus aufgenommenen Gebete (Zunz LiteraturgeschichteS 5,6)*) werden von den babylonischen Autoritäten sanctionirt. Wie Paulus von sich sagt, dass er sich zum Juden gemacht, um für die neue Lehre Juden zu gewinnen (1 Kor. 9, 20), so wird Petrus in Rom ein Verkünder des Christentums, um in demselben der Lehre Boden zu verschaffen, dass zu der Annahme des christlichen Glaubensbekenntnisses der freie Wille erforderlich sei und Juden nicht durch die Zwangstaufe und andere Gewaltmassregeln hiezu genötigt werden dürfen, bleibt aber Jude bis zu seinem Tode. Ihren unhistorischen Charakter verrät diese Legende deutlich dadurch, dass, als Petrus in Rom anlangt, ״der Pabst und sein Bischof“ mit ihm Zusammenkommen, bald darauf aber angegeben wird er sei der erste Pabst gewesen, derselbe, den die Griechen קלויאורי (?) nannlen. Sie ist übrigens sehr alt, da schon Abu-Mohammed b. Hazm, der im 11. Jahrhundert schrieb, gegen eine ähnliche jüdische Sage von Paulus polemisirt (s. Goldzihers Mittheilungen in Kobaks Jeschurun 8 deutsche Abth. S 87 u. 99). Eine historische Hagada von geringem Belange ist die in No. 4 aus einem Rappaport’schen Codex (vgl. die Beschreib, derselb. in Einl. S. XIVff.) mitgetheilte Auslegung zu Gen. 30, 24, in der der Reisebericht des Daniten Eldad homiletisch bearbeitet ist. Der Autor derselben benuzte auch den Briefwechsel der Kairuaner mit dem Gaon R. Zemach, denn in dem Berichte Eldad’s wird von der Weigerung der Leviten, an den Strömen Babylons Lieder Zion’s zu singen, nichts erwähnt. Eldad hatte davon nur erzählt, nicht geschrieben **) und R. Zemach diese Angaben durch eine Stelle im Midrasch bestätigt gefunden ***). Wenn hier mit der Darstel- *) Ahron Worms fand in einem handschriftlichen Werke die Bernerkung, dass das Fasten am 9. Tebet, welcher wahrscheinlich als Geburtstag Jesu galt (vgl. Zunz, die Ritus S. 126 und meine Nachweise in Ben-Chananja, Forschungen S. 61—64) zum Andenken an den Tod Petrus’ eingesezt wurde. Auf den Apostel soll nach Ahron Worms auch שמת פלוני (Schebuot20a) hinweisen. Seine Worte lauten: ... ותענית ט, טבח בסי' תק״פ ובספר זכרונת ראיתי על פטירת שמעון ה קלפ וני שהשלים ליהודים והעלימו מפניהם .. . \ ואולי בשבועות כ״ף כיום שמת אבץ שנהרג גדליה שטת פלוני נתכוונו כדברינו והעלימו דאל״ב ה״ט למכלל בחרא (s. 110 עוד למועד b). Mose Isserls (9 מחיר יין b) sucht vergebens einen Grund für den genannten Fasttag ausfindig zu machen. ועוד סיפר לנו כשחרב ביה״טק עלו לישראל לבבל ועמדו בני משה וכ׳(** (Anfrage der Kairuaner). ***) שכד אומרים רבותינו במדרש שהגלה נבוכדנצר איים בני משה ששים רמא וכיון שהגיע לנהרות בבל הם וכינוריהם אירע להם כמו שסיפר אלדד הדני (Resp. d. R. Zemach). Dieser Beleg ist wahrscheinlich dem Midrasch über die zehn Exile entnommen, dessen erster Satz hier auch unter der Anführuugsformel ושנו רבותינו erscheint. Die Sage ist5 übrigens in gr.