Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 130)
- Language
- German
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123 Juden durch Antiochus erlitten, so erzählt das Antiochus-Buch, das in No. 2 im aramäischen Urtexte nach einer im Besitze des Herausgebers befindlichen Handschrift vorliegt, auch von den Befreiungskämpfen der Makkabäer, nach deren siegreicher Beendigung das Chanukafest eingesezt wurde. Die Darstellung ist klar und abgerundet, der aramäische Sprachausdruck correct und ungekünstelt. Das unterstüzt jedoch keineswegs die von dem Herausgeber mit Recht zurückgewiesene Annahme, dass wir in dieser Schrift das alte angeblich in den Schulen Hillel’s und Schammai’s verfasste Hasmonäerbuch besitzen. Ein Darsteller aus dieser Zeit hätte nicht וןן־ןק מתתיה P für מתתיה בן יוחנן geschrieben (V. 13 ff.) und am Wenigsten vor der Zerstörung des zweiten Tempels (v. 82) sprechen können. Die Chronologie ist talmudisch, der historische Inhalt fabelhaft (Zunz gottesd. Vortr. S. 134). Andere Momente der Jugend hebt der Herausgeber hervor (Einl. S. VIII). Das geschichtliche Material, das in dieser Bearbeitung vielfach verunstaltet ist, ist grösStentheils dem ersten Makkabäerbuche entnommen. Ueber die Verfolgungen wird v. 10 und 12 Aehnliches wie in 1 Makk. 1, 45, 47, 54 berichtet. In der Darstellung der Heldenthat des ersten Hasmonäers (v. 14—28) ist die Erzählung 1 Makk. 2, 14—28 mit Angaben in 7, 41 u. 45 verschmolzen. In v. 36 hört man den Nachhall von 1 Makk. 1, 58, 59 und 2 Makk. 6, 11. In v. 41—47 ist c. 2, v. 32—45, in v. 59, c. 3, v. 46, in v. 72, c. 6, v. 45 —48 benuzt. Das Uebrige ist auch aus Talmud und Midrasch bekannt. Von Lesearten, die in dem hier gegebenen Texte berichtigt werden müssen, sind anzumerken: והפרכינן v• 51 wofür ותרכינן (Ed. Filip. v. 31), das durch ויגרשום der hebr. Uebersetzung gesichert ist, ist, eintreten muss und וישתדור (y• 53) für ואשתדור* Auch אורח מינן giebt keinen Sinn wenn nicht אודמינך der anderen Editionen dafür gesezt wird. Die Kunde von einer Siegessäule, die מכבי קטל תקיפין genannt wird, (v. 30 vgl. Einl. a. a. 0.) beruht wahrscheinlich auf 1 Makk. 3, 27—31, wo eine Beschreibung des von Simon errichteten Grabdenkmals zu lesen ist. In einer Firkowitz’schen Handschrift stand מקני für 3) מכבי. ha- Maggid 1873, S. 202). Ist zwar auf diese Corruptel aus מקבי keiu Gewicht zu legen, so führt sie doch zur Quelle des hier vorhandenen Missverstandnisses hin. In 1 Makk. a. a. 0., liest man nämlich, dass Simon an dem Grabdenkmale künstlerische Bauwerke aufführen liess. Die Worte x«? ravralg iTiohjoe prixavripurra, mit denen dies erzählt wird, giebt der Syrer durch ועבד מאבנים wteder. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Verf. in seiner Quelle ein solches Wort vorfand und, da er dasselbe nicht verstand, darin מכבי erblickte, welches er als den Namen des Denkmals ansah, den er mit קטיל תקיפין Übersezte, indem er מכבי hebr. in מכה כבירים auflöste. In No. 3 wird die Petrus - Legende gegeben, wie sie in einem handschriftlichen Toldot-Jeschu, aus welchem im Verfolge noch Mehreres mitgetheilt wird, sich vorfindet. Neu ist in derselben die Angabe, dass Petrus nach einem Steine im Flusse Chebor, bei welchem Ezechiel geweissagt, seinen Namen erhalten hat. Sie ist wahrscheinlich auf den angeblichen Aufenthalt des Apostels in Babylon (2 Pet. 5, 13) zurückzuführen Die von