Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 128)
- Language
- German
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121 blieben und die Sckaaren des Antiochus von ihnen in die Flucht getrieben und erschlagen wurden“ (Exod rab. c. 15). Für diese Zeit, der alle jüngere Fortbildung des Judenthums nur als ein Ausfluss des göttlichen Schriftwortes und der sinaitischen Tradition erschien, reichte auch die Geschichte Jsraels nur so weit, als ihr Gang in der Bibel bezeichnet ist. Was über diese Grenze hinausgieng, war für sie so gut wie gar nicht vorhanden. Die Ereignisse der zweiten Tempelperiode galten als etwas Profanes, davon die religiöse Stimmung nicht berührt werden sollte. Mit ihnen wurde auch die Geschichte der Makkabäer der Vergessenheit übergeben. Die Chanukafeier selbst hatte keine höhere Bedeutung wie die der übrigen in der Fastenrolle verzeichneten Gedenktage und wäre, als die Beibehaltung derselben für überflüssig erklärt wurde, ebenfalls eingegangen, wenn nicht der Gebrauch des Lichtanzündens, der übrigens von einem zur Zeit des Wintersolstitiums gefeierten Lichtfeste sich herschreiben dürfte, damit verbunden gewesen wäre (Rosch ha-Schana 18 b, vgl. Jahrb. I, 227). Es hat daher nichts Befremdendes, wenn in der Mischna, für welche Chanuka eigentlich nur in die Kategorie der übrigen historischen Gedenktage gehörte, davon nur nebenher die Rede ist und in der bab. Gemara blos das an den Chanukatagen übliche Lichteranzünden erklärt wird. Um so interessanter sind die Legenden, mit denen die spätere Zeit sie ausgestattet hat, besonders wenn sie, wie die vorliegende, nicht als ein blosser Abklatsch aus den alten Makkabäerbüchern erscheinen. Ist dann zwar noch immer ihr historischer Wert ein sehr zweifelhafter, so wird man dennoch sie nicht unbedingt verwerfen können, sondern vielmehr erst ihren Inhalt prüfen und ihn auf seine Quellen zurückzuführen haben. So erweist sich der vorliegende Chanuka-Midrasch als eine legendarisch ausgeschmückte Darstellung älterer geschichtlicher Referate. Zuerst soll nach derselben den Juden das Anbringen schliessbarer Thiiren an den Häusern verboten worden sein. Nach Maimonides (אגרת השמד in Chemda Genusa 8 b, Geiger Mose b. Maimon Beil. 2 b), der Gleiches aus einer ähnliehen Relation erfahren zu haben scheint, sollte es dadurch den ,Verfolgern möglich werden, die Juden stets bei der Ausübung religiöser Handlungen überfallen zu können. Dass die Juden in Jerusalem zur Zeit des Antiochus vor den Graeco-Syrern sich nirgendwo sicher fühlten, bemerkt auch der Scholiast der Fastenchronik an zwei Stellen (c. 2, c. 11, vgl. c.6).*) Derselbe weiss auch — freilich am Unrechten Orte (vgl. Grätz Gesch. 33, 704) — aus dieser Zeit zu erzählen, dass die Verfolger an den Thoren der Gözentempel, der Kramladen und der Gehöfte Rosenkränze anhiengen und dabei den Göttern Gesänge anstimmten. **) Das ist offenbar eine andere Version von 1 Mac. 1, 55, wo erzählt wird, dass die Voilführer der שהיו מצרים לבני ירושלים ולא היו ישראל יכולין לצאת ולבוא מפניהם (* אלא בלילה. שבימי מלכות יון היו מביאים עטרות של ורד ותולין אותן על פתחי בתי (** ע״ז שלהם ועל פתחי החניות ועל פתחי החצרות ושרץ בשיר לע״ז