Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 111)
- Language
- German
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104 die Balkenbretter.״ In dem nachtalmudischen Schrifttume sind zahlreiche Sprüchwörter autbewahrt, die gesammelt zu werden verdienen. In Zunz’s Nachlesen zur Spruchkunde wird eine ganze Reihe von solchen verzeichnet und nachgewiesen. Der Ausspruch להרגלעל כל דבר שלטון iß• 61, No. 14. vgl. Jahrb. II, S. 132) findet sich schon bei Gazzali (מאזני צדק p. 135). Yon Thaten und Eigenschaften, welche die |Hälfte von anderen darstellen (S. 262, No. 20), werden auch in Meiri’s Comm. z. Prov. 6, 12 zwei im Namen eines ״Weisen“ erwähnt: הידיעה בדבר שהוא רע חצי התשובה וכן ההודעה בדבר שהוא רע חצי התוכחת• «Die Einsicht, dass etwas verwerflich ist, ist die Hälfte der Bereuung, das Wissenlassen dessen die Hälfte der Zurechtweisung.“ Der in Anm. 1 erwähnte Ausspruch lautet in anderer Version ההתחלה חיא חצי הפעולה («der Anfang ist die Hälfte der That“) s. □6 חרדיa 65 בסאות לבית דודb. Den Volksspruch, dass die Vorsänger Narren seien (S. 274, No. 38), führt Löb Minden (שירי 27 יהודהa) darauf zurück, dass sie Gebetsstücke, bei denen eine erhöhte Andacht erforderlich ist, kurz abmachen, dagegen aber bei Litaneien sich lauge aufhalten, denen kein tieferer Gehalt innewohnt. Die Kabbala, nach Leo da Modena ein Mantel der Unwissenden (S. 264, No. 40) wird bei Mose Chages eine Decke für heuchelnde Esel (מכסה לחמורים הצבועים s. ילקוט יש״ר Hb).*) Verwandt mit dem Ausspruche ״Jeder ist sich selbst der Nächste“ (No. 42) ist ein von Leo da Modena angeführtes Sprüchwort ״die Wohlthätigkeit fängt bei sich selbst an“.**) Eine Frage in der schon halb die Antwort enthalten ist, (No. 46) fand David Bonfed in Synh. 46 b (vgl. Nissim Comm. z. St.) vgl. auch Resp. בארשבע 1105 «1 מבי״ט No. 74 u. a. Die Zunge (No. 54) heisst in einem Spruche bei Meiri zu Prov. 1, 4 ״der Bote des Verstandes (שליח השכל) wie in Herzenspfl. II, 5 ("Ed. Jellinek S. 115) ein Bote des inneren Menschen ***) (vgl. das. IX, 5, S. 416 wo sie ״das Thor des Inneren“ ge- *) Das Vorbild dieser Bezeichnung ist wol der Ausspruch: ״die Heuchelei ist das Gewand des Thoren“ (החונף לבוש הכסיל in Spr. d. Phil. I. 10). **) לא ידעתי בנפשי אם הוא משל הדיוט או מוסר קדמון אשר שמעתי אומרים החסד מתחיל מעצמו רצו שתחלה חייב האדם לעשות חסד עם עצמו (Predigtsammlung 56 מדבר.יהודה a). ***) Meiri kann diese Bezeichnung wol dem Buche der Herzenspflichten, das er unter dem generalisirenden Titel ״die Moralbücher“ anführt, entlehnt haben, vgl. seinen Comm. zu Meg. 24 b, wo aus diesen eine ausführliche Schilderung eines vollendeten Weisen gegeben wird (ובספרי מוסר לחכמים דל נאמר ממרות החכם צהלתו בפנ׳ו וב׳), die in Herzenspfl. ix, 4 (S. 410) wo sie allerdings im Namen ״einiger Frommen“ mitgetheilt ist, sich fast wörtlich wiederfindet. Dieses Buch wurde auch sonst noch benuzt, ohne dass sein Verfasser genannt wurde. So hatKimchi zu Ps. 8,3 Sicherlich einen Satz aus Hpfi. (Ed. Jellinek S. 108) ausgeschrieben. Die