Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
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75 einer gründlichen, auch auf den Raschi-Commentar und die Tosafot sich erstreckenden Revision, verbesserte zahlreiche Stellen und merkte überall seine Correcturen am Rande au. Diese Adnotationen, die einen sehr ansehnlichen kritischen Apparat ergaben, wurden nach seinem Tode durch den verdienstvollen Bücher-Corrector Samuel b. Isak Böhm gesammelt und in einem stattlichen Quartbande herausgegeben (חכמת שלמה Krakau 1582). *) Der Nuzen, der damit geschaffen wurde, wurde jedoch auch hier wieder durch den Schaden, den leichtfertige Editoren mit Hilfe dieses Werkes dem Talmudtexte zufügten, in erheblicher Weise verringert. Man machte von Lurjas kritischen Glossen einen eben so verkehrten Gebrauch als in den Zeiten, in denen die Gestaltung des Talmudtextes in der Hand der Ab- Schreiber lag, von den Emendationen Jizchaki’s. Manche Herausgeber des Talmuds unterdrückten die von Lurja als fehlerhaft erkannte Fassung und trugen seine Verbesserungen ohne Weiteres in den Text hinein. Man kannte bald keinen Unterschied zwischen authentischen Lesearten und solchen, die nur durch kritische Operationen hergestellt wurden. Die Beachtung handschriftlicher Texte kam seit der Drucklegung des Talmuds ohnehin nur sporadisch vor.**) Man verliess sich auf die Editionen, gieng auf die Prüfung ihrer Textbeschaffenheit weiter nicht ein und entwöhnte sich allmälig ganz der Kritik, die in den Erklärungswerken des Mittelalters nie ausser Acht gelassen wurde. Mit der Neugestaltung der jüdischen Wissenschaft, die über Literaturgebiete, die früher ganz im Dunkeln lagen, Licht verbreitete, sollte aber *) Näheres über dieses Werk giebt Rabbinowicz (Bd. 8. Anh. מאמר על הדפסת החלמון* p. 65 A. 75). Unrichtig ist die Angabe, dass Lurja nur in den Glossen zu Erubin die Ed. Lublin I. erwähne, in derselben Derbheit wie dort rügt er eine in derselben sich vorfindende Correctur zu Synh. 38 b (הגיה המשובש בלובלין בדפוס חדש) vgl. auch zu bab. mez. 114 b. (בכאן הגיה המדפים בלובלין. . . וטעות הוא). **) Ausser Jakob Ibn-Chabib, Samuel Kaidenover, Asulai und Netanel Weilj,vgl. Lebrecht, Handschriften u. erste Ausgaben d. b. T. S. 43,58,98ff.) sind noch zu nennen: Menachem de Lonsano (s. 6 שתי ידותa, 46a’ 113a), Abraham Portaleone, der aus einem handschriftlichen Chagiga-Tractate, welcher sich in Verona befand, Einiges mittheilt שלטי הגבורים I, 25 a שנמצא כתוב על נייר ודפתרא מטושטשת בגנזי גאון [i. e.מסכת הנזכרת [חגיגה אחד ז״ל בוירונה), Salomo Algasi, der eine von Elasar Askari angefertigte Handschrift des Taanit-Tractates besass (רצוף אהבה No. 72 דע שמצאתי בגמרא שלפני מכתיבת ידי הרב מה״רר אלעזר אזכרי ז״ל.• vgl. auch No. 75) und Jssachar Ber Eulenburg, dem die ״Weisen in Szafed“ Manches aus palästinischen Talmud - Handschriften גמרות ישנות של קלף דווקני הנמצאים בארץ ישראל מימות עולם שהיו חכמים בזמן חכמי המשנה והגמרא) mittheilten (באר שבע Vorrede).