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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 80

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 80)
Language
German
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73 Eine gründliche Prüfung und umsichtige Feststellung desselben blieb erst dem unübertroffenen Meister der Talmudexegese, Salomo b. Isak von Troyes, Vorbehalten. Fast auf jeder Seite fand er Verwirrung und Unklarheit vor, die ihn zur Eruirung und Feststellung der richtigen Lesearten nöthigte. Zwar liess er sich dabei zumeist mehr von der eigenen Combination als von den Zeugnissen verschiedener Handschriften leiten, allein er durfte sich hierin etwas Zutrauen und zudem war er so gewissenhaft, den Text auch da, wo er ihm corrupt zu sein schien, intact zu lassen und die Emendationen blos in dem Commentare zu notiren, ein Verfahren, von welchem er blos bei der Behandlung des Sebachim-Tractates abgewichen sein soll,*) Für den Text war nun einigermassen eine sichere Grundlage geschaffen; wo seine Fassung ungenau und zweifelhaft schien, da konnte man zumeist eine passende Berichtigung im Raschi-Commentare finden. Das sahen auch die Copisten und Correctoren wol ein. Sie glaubten aber ihrer Absicht, gute Texte herzustellen, nicht besser dienen zu können, als wenn sie die als untauglich befundenen Lesearten ohne Weiteres ausmerzten und die von Jizchaki gegebene Fassung an ihre Stelle sezten. **) Rechtzeitig erhob noch R. Tarn, der, wo es die Bekämpfung von Verkehrtheiten galt, ein offenes Wort nicht scheute, seine gewichtige Stimme gegen diese leichtfertige Behandlung des Textes. ״Mögen die Gottesfürchtigen es sich gesagt sein lassen,“ schreibt er in der Vorrede zu dem Buch Hajaschar, in welchem er die Richtigstellung überlieferter Erklärungen und Lesearten sich zur Aufgabe machte ״dass sie die Texte nicht in Verwirrung bringen, indem sie darin Allerlei streichen, und nicht aus Ja Nein und aus Nein Ja machen, umsomehr als man gewöhnlich nach seiner Einsicht die hergebrachten Erklärungen und den Sinn der talmudischen Aussprüche sich zurechtzulegen pflegt. Die Erklärungen der alten Commentatoren sind wol bekannt geworden, aber nicht die Begründung derselben, die Jüngeren haben diese in verkehrter Richtung gesucht und daher in den Sinn der tra- *) Hajaschar Yorr. Im Commentare zu Sebachim ist von der nach dem Zeugnisse R. Tam’s zu constatirenden Ausnahme nichts zu merken, da wir dort wie überall oft textkritische Bemerkungen mit der einleitenden Formel הכי גרסינן antreffen. Auch aus dem Responsum in Chofes Matmonim No, 11, p. 7, 8 (erklärt in Jahrb. II, S. 79 A. 127) ist nicht ersichtlich, dass Jizchaki Lesearten, die er durch Conjectur ("באמד הדעת) festgestellt, dem Texte einverleibte. Vielleicht hat er jedoch in diesem Tractate, dessen Textesfassung sehr verwahrlost gewesen zu sein scheint (8. d. Anfrage das.) offenkundige Corruptelen getilgt und nur da seine Emendationen in dem Commentare angemerkt, wo ihm die vermeintlich fehlerhaften Stellen eine annehmbare, wenn auch minder wahrscheinliche Erklärung zuzulassen schienen. **) שותי מימיו הגיה (הגיהו.1) על [פי] פירושו (R. Tam a. a. 0.)

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