Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
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69 leger des Buches, d. i. der Bibel, die ihre Lehren aus dem Schriftworte ableiteten und sie an dasselbe anknüpften. Die Bezeichnung Tanaim wird erst in den Gemaren den in der Mischna genannten Autoren beigelegt, ohne dass durch sie der Name Soferim verdrängt wurde. Uuter משנה im- Allgemeinen (von שנח—aram• יחנא berichten erzählen) verstand man zunächst die für den Vortrag im Kreise der Jünger bestimmte Halacha, durch welche die religiöse Praxis normirt werden sollte. — Die Berufung auf Schriftstellen mit der Bemerkung ואע״פ שאין ראיה לדבר זכר לדבר fiödet man nicht zuerst bei B. Natan (S. 170) sondern schon bei R. Meir (M. Sab. 8, 7. vgl. 9, 4); in der Form ואע׳פ 1כ' רמץ לדבר erscheint er auch nicht in den vom Verf. angeführten Stellen. — Mit c. 20, in welchem die Zeitgenossen des Patriarchen Juda I. vorgeführt werden, schliesst der biographische Theil des Werkes, in welchem nun in c. 21—26 die Literatur dieses Zeitraumes behandelt wird. Es werden die Begriffe הלכה *) und הגדה festgestellt, Charakter und Ordnung der Mischna besprochen, die Abfassungszeit der unter dem Namen Tosefta erhaltenen Baraita-Sammlung und die Provenienz der Abot die R. Natan erforscht, über die älteren Midraschwerke, in denen nur thanatisches Lehrmaterial zusammengetragen ist, Untersuchungen angestellt, die Baraitas des Talmuds und die kleinen Tractate einer näheren Prüfung unterzo־ gen und endlich die Fastenchronik und das Seder Olam, die mit ihrem Urspruuge in dieses Zeitalter zurückreichen, in Betracht genommen. Wir können hier auf diese Untersuchungen, auf welche man bei Studien auf diesem Literaturgebiete stets zuzückzukommen haben wird, vorläufig und in Kürze verweisen und werden wol später selbst noch öfter Gelegenheit finden, die Ansichten, die der Verfasser über die Herkunft und Abfassungszeit der genannten Schriften aufstellt, einer näheren Prüfung zu unterziehen. Das Werk schliesst mit einer allgemeinen Betrachtung über die darin behandelte Geschichtsperiode. Reiche und wichtige Aufschlüsse über die Persönlichkeiten, die innerhalb derselben als die Vertreter des Judenthums erscheinen, werden auch in der ״Einleitung in die Mischna“ dargeboten. Der Verf. hat nicht blos Alles zusammengetragen, was über dieselben bekannt ist, sondern auch durch eine sorgfältige Erforschung der Quellen Manches ermittelt, was bisher noch verborgen geblieben war. Man wird keine der Biographien, die in diesem Buche aneinandergereiht sind, lesen, ohne darin manche, oft wol nur kurz hingeworfene, aber deshalb nicht minder beachtenswerte Bemerkung zu entdecken. Es lässt sich aus dem massenhaft Dargebotenen kaum Einzelnes besonders hervorhen, da man dabei immer denken muss, *) Auf die richtige Bedeutung von הלכה führt der Gebrauch des Wortes הלך in הלך אהרי ב״ד יפה ,הול כ •ן אחר הרוב (Synh. 33a). הלכה ist die Lehre, der man nachgeht, die Regel, nach der man sich richtet.