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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 74

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 74)
Language
German
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67 erachtete. Eher könnte man annehmen, dass R. Josua ihr folgte, indem er, sonst eine friedliebende Natur, sich hierüber in entgegengeseztem Sinne aussprach. Es scheint, dass der Kernpunkt des Streites im Lehrhause, der die Entfernung R. Gamaliels vom Patriarchate zur Folge hatte, in der Frage lag, ob das Gebet das Opfer vertrete und dieses demnach durch den so geschaffenen Ersaz entbehrlich gemacht werde, oder ob es als eine für sich bestehende Institution zu gelten habe. Da R. Josua’s Ansicht zum Siege gelangte, die seines Gegners jedoch nicht ganz aufgegeben wurde, so wurde die Halacha derart normirt, dass die Abend-Tefilla als ein Bestehendes anerkannt, jedoch zweifelhaftjgelassen wurde, ob sie als ein Pfiichtgebet zu betrachten sei. — S. 81 ist eine Schriftauslegung Elasar b. Arachs, die in der Pesikta (Ed. Buber 12b) sich erhalten hat, in der b. Gemara (Bat. bat. 10 b) jedoch unterdrückt wurde, übergangen wurden. — Das Urteil über R. Elieser b. Hyrcanos (S. 81 ff.) ist in einzelnen Punkten zu strenge. Wenn er von sich rühmt, er habe nie etwas vorgetragen, was er nicht von seinem Lehrer gehört habe, so kann dies nicht so verstanden werden, als ob ihm in seiner Einbildung seine eigenen Aussprüche für Traditionen galten, sondern dass er denselben immer die ältere Halacha, in deren Kenntniss er alle seine Zeitgenossen überragte, zu Grunde gelegt hat. — Die Stelle in j. Biccurim 2, 4 findet ihre Erklärung durch die LA. in R. hasch. I, 2, wie bereits in ,פני משך z* St. bemerkt wird. — S. 80 wird die Tradition עמון ומואב מעשרין מעשר עני בשביעית der Phantasie r. Elieser7 s aufgebürdet, währendem dieselbe auch in R. Dosa b. Harchinas einen Gewährsmann hat (vgl. b. Jebamot 16a). Der Grund, aus welchem diese Tradition, wenn sie auch einzelnen Mitgliedern des Lehrhauses bekannt war, nicht von Vorneherein die gebührende Beachtung fand, liegt wol darin, dass nach ihr die Entscheidung in erleichternder Richtung zu treffen war, währenddem dagegen gewisse Bedenken geltend gemacht wurden (Jadajim 4, 3). Dass es nicht Freudenthränea waren, die R. Elieser nach Anhörung des Mehrheitsbeschlusses vergoss, sondern, wie der Verf. mit Recht annimmt, eine gewisse Verbitterung sich in ihnen kund gab, ist auch aus Bab. mez. 59b zu ersehen, wo זלגו עיניו דמעות ebenfalls als ein Ausdruck des Schmerzes erscheint. — In c, 13 wendet sich der Verf. der Darstellung des Barkochba-Krieges und seiner Folgen zu. Besonders hervorhebenswert ist hier die sehr wahrscheinliche Vermutung (S. 129;, dass der in Chag. 18 genannte אלכסא (vgb Jahrb. I. S. 43. A 91) mit dem in Sifra (Bechukotai c. 5) neben Julianus und Pappos genannten אלכסנדר identisch ist. In lezterem habe ich bereits vor zwölf Jahren Lucuas Andreas, den Leiter des Aufstandes in Cyrene erkannt (Ben-Chananja Jahrg, 1866. Forschungen S. 124 ff.). Grätz’s Annähme, dass לילינוס אלכסנדרי — Julianus Alexander, ein Abkömmling der ägyptischen Alabarchenfamilie gewesen sei, der gegen Trajan gekämpft habe (Monatsschrift 1876. S. 19), scheitert an seinem eigenen Geständnisse, dass dieser Name nur ״auf einen Abkömmling von dem Arabarchen Alexan- 5*

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