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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 72

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 72)
Language
German
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65 gefunden, nicht zum Ausdrucke gelangte, aus dem Wortlaute der Mischna darf jedoch geschlossen werden, dass die Differenzirung derselben herkömmlich war. Dieselbe hatte daher ursprünglich folgenden Wortlaut: ולמה מזכירין את דברי שמאי והלל לבטלה ללמד וכ׳ ולמה מזכירין דברי היחיד הואיל ואין הלכה אלא כדברי המרובין שאם יראה ב״ר דברי היחיד (d. i.יסמוך עליו א״ר יהודה אם כן(הואיל ואין הלכה אלא כדברי המרובין למה מזכירין דברי היחיד בין המרוביי לבטלה יאמרו לו וב׳• Die Hauptänderung, die R. Jehuda I. mit der Fassung derselben vornahm, besteht darin, dass er in No. 5 die Worte יסמוך עלין zu dem Vordersätze zog und ihnen eine hypothetische Bedeutung verlieh, dagegen den gewiss auch einer älteren Zeit angehörenden Kanon: אין ב״ר יכול לבטל דברי ב״ד חברו אא״כ גדול ממנו בחכמה ובסכין a^s Nachsatz hinzufügte. Dadurch erhielten No. 4 und 5 einen anderen Sinn. In ersterer Mischna musste nun zu ילמה מזבירין דברי היחיד noch בין חמרובין hinzugefügt werden. Ais Grund dafür, dass mit den Majoritätsentscheidungen zugleich die Einzelmeinungen vorgetragen wurden, währenddem doch jene allein massgebend sind, wurde nun angegeben, dass, wenn dies nicht der Fall wäre, es einer Behörde vielleicht unbekannt bleiben könnte, dass der Einzelmeinung, auf die sie sich stützen wollte, eine Majoritätsentscheidung entgegenstehe und eine solche doch nur aufgehoben werden könne, wenn eine grössere Majorität als die, durch welche sie getroffen wurde, gegen sie vorhanden ist und zugleich auch für den Beschluss, der an ihre Stelle tritt, eine so triftige Begründung aufgewiesen wird, dass sie dadurch als minder richtig sich darstellt.*) R. Jehuda’s Ein wand besagt nun, dass, wenn überhaupt eine Behörde die Beschlüsse einer anderen aufzuheben vermöge, die Anführung der Einzelmeinungen erst recht überflüssig ist, da sie, wenn sie die Qua- *) Für diese hier dargelegte Auffassung dieser Mischna spricht der in Midr. Ps. a. a. 0. dargebotene Text: למה מזכירץ דברי היחיד הואיל ואין הלבה כמותו אלא כדברי המרובץ שמא יראה יחיד דברי ב״ד (שמא יראה כ״ד דברי יחיד .1) סתם שאין ב״ד סתם יכול לבטל דברי ב״ר חברו אא״כ יהיה גדול ממנו בחכמה ובמנין. Das Wort סתם, das nur nach ב״ר am Unrechten Orte, und daselbst zu tilgen ist, weist darauf hin, dass man besorgte, es könnte, wenn die Meinungen der einzelnen Gesetzeslehrer, neben welchen allgemeine Normen bestehen, nicht mit diesen zusammen vorgetragen werden, manchmal dahin kommen, dass nur ersteve allein bekannt werden. Rappaport (a. a. 0. S. 195, 196) ist es entgangen, dass שמא, wie er für שאם lesen will, bereits in Midr. Ps. und in der Tosefta an dessen Stelle erscheint. Unter חכמה ist in dem Ausspruche אין ב״ד וכ natürlich nicht eine persönliche Eigenschaft der Synedrialmitglieder zu verstehen. Man bat sich darunter die sachliche Prüfung und Begründung zu denken, durch welche die Gründe, die die frühere Entscheidung hervorriefen, hinlänglich widerigt erscheinen. 5

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