Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
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64 ist and in der Mischna bereits überarbeitet erscheint. Ein jüngeres Glossem erkennt man schon in der Bemerkung יאלא שחייב אדם לומר בלשון ךדן (N0. 3), durch welche der Ausdruck מלא הין (vgl. zu מלחמה אריה z. St. J. Brüll Einl. S. 264) seine Rechtfertigung finden soll. Eür אלא, das in Sab. 1. c. fehlt, ist vielleicht zu lesen, indem nach Art des Midrash das Wort angeführt wurde, zu dem die Bemerkung gehört * *). In den folgenden Erläuterungen wurden ursprünglich drei Fragen, welche sich aus der Betrachtung dieser Mischna ergaben, beantwortet und zwar: 1.) warum da, wo eine als zuverlässig befundene Tradition vorlag, überhaupt Meinungen angeführt werden, die derselben gegenüber keine Geltung haben konnten? 2.) warum da, wo wie in dem vorliegenden Falle eine Majoritäsmeinung verliegt, noch die Ansichten Einzelner erwähnt werden? **) und 3.) warum diese nicht für sich selbst, sondern zugleich mit ersteren in der Mischna mitgetheilt sein, so dass man sogleich ihre Ungiltigkeit erkennt? In der Tosefta sind wol die beiden letzten Fragen in eine verschmolzen, wodurch auch die besondere Beziehung der Beantwortungen, die dieselben aber auch auf Nid. I, 1 aufmerksam. Diese Mischna nimmt in seiner ZusammenStellung, eben weil sie von ihn! nachgetragen wurde, den lezten Piatz ein. In Edujot erhielt sie jedoch die erste Stelle, weil an No 3 sich bereits 4—6 anschloss und daher die frühere Ordnung nieht mehr geändert werden konnte. — *) Auch in dem Passus אלא עד שבאו וב׳ scheint אלא überflüssig zu sein. Nach dem Texte der Tosefta müsste hier gelesen werden אלא שלשה לוגין עד שבאו שני גרדיים. Diese Emendation erscheint auch durch die Fassung der Halacha’s in No. 1 und 2 geboten. Wie hätten auch die Weisen die Ansichten Hillel’s und Schammai’s negiren können, wenn sie denselben gegenüber nicht eine andere Meinung aufzustellen vermocht hätten? Die beiden Männer, die im Besitze einer mit lezterer übereinstimmenden Traditio sich befanden, haben dieselbe im Lehrhause mitgetheilt, währendem Hillel und Schammai mit den Weisen über diese Halacha verhandelten. Unter אבות העולם (No. 4) sind also hier Hillel und Schammai zu verstehen und auch dadurch erwiesen, dass No. 4 unmittelbar an No. 3 sich anschliesst. Die Ansicht Rappaports (4 כרם חמר S. 181—183), dass die Mischna’s Ed. 1, 4—7 versezt sind und ursprünglich den Schluss des ersten Abschnittes bildeten, gegen die übrigens auch der Wortlaut der Tosefta spricht, ist daher entschieden unannehmbar. Merkwürdig ist es, dass ihm (wie anderen Forschern, die sich mit der Erklärung der in Rede stehenden Mischna’s beschäftigten) das Citat in Midr. Ps. c. 17 entgangen ist, indem die La. למה מזכירין דברי ב״ש ודברי ב״ה לבטלה sehr zu Gunsten seine Hypothese spricht, aber natürlich gegenüber den Gründen, aus denen sie verworfen werden muss, ohne jede Beweiskraft ist. **) In Midr. Ps. 1. lautet die Frage in Ed. 1,5 blos ולמה מזכירין דברי יחיד.