Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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und Volkssitten, die einen religiösen Charakter angenommen haben, ausserjüdischen Kreisen entlehnt sind. Dieser Gegenstand konnte hier freilich nicht in erschöpfender Ausführlichkeit behandelt werden, da die Untersuchungen nach dieser Richtung hin überhaupt noch nicht so weit gediehen sind, dass man auf umfassende und gesicherte Resultate hinweisen könnte. Es wäre bei solchen auch ein besonderes Augenmerk auch auf die Moralsprüche der Gesezeslehrer zu richten, die mit Aeusserungen, welche im Namen anderer Männer in dem römisch-griechischen Schrifttume mitgetheilt werden, wörtlich übereinstimmen. Wenn z. B. Akabia b. Mahalalel die durch das Angebot einer hohen Würde unterstützte Aufforderung zum Widerrufe der von ihm ausgesprochenen Lehren mit den Worten: ״Besser, ich werde alle Tage meines Lebens ein Thor genannt, als dass ich auch nur eine Stunde lang ein Sünder vor Gott sei“, zurückweist (Edujot 5,6), so wird man in dieser Rede bald eine andere Version der Philipp dem Macedonier zugeschriebenen Aeusserung, er wolle lieber lange Zeit ein ehrlicher Mann heissen‘, als kurze Zeit ein Despot (Plutarch, Denksprüche von Königen übers, v. Bähr S. 515) erkennen. Dass selbst bei der Schriftauslegung von fremdem Gedankenstoffe Gebrauch gemacht wurde, geht, aus folgendem Beispiele klar hervor. R. Jose weist aus der Bibel nach, dass nicht der Ort den Mann, sondern der Mann den Ort ehre (Taanit 21b). Dieselbe Sentenz hat aber der spartanische König Agesilaus ganz in denselben Worten ausgesprochen (Plutarch lakonische Denksprüche übers, v. Bähr S. 624). Es Hessen sich noch mehrere derartige Parallelen hier anführen, bei denen das Zusammentreffen nicht blosser Zufall sein kann, allein die beispielsweise angeführten zeigen deutlich, dass die Mischnalehrer manche aus anderen Kreisen stammende Anschauung in sich aufgenommen und auf heimischen Boden verpflanzt haben. — / In c. 5 (S. 36—42) wird die Wirksamkeit des R. Jochanan b. Sakkai und im Anschlüsse daran die Methode der Schriftauslegung, die in dieser Zeit vorherrschend war, dargestelJt (c. 6, 42 -53), worauf in c. 7 Charakter שעלה מבבל lesen wir daselbst: במסורת שעלה בידם מבבל מצאו בחב חרתין ריבבן דאלפי שנאן מלאכי[ וכ,, Der Text in Pesikta d. R. Cahanaist offenbar verstümmelt. Im Midrasch zu Ps. 68 (Ed. Jellinek in Bet ha-Midr. 5 S. 73) erscheint dieser Satz in folgender Fassung: משו□ כת שעלה מבבל אמרו ארבעים שנים וב' vgl. auch Tana debö Elia I, c. 22. Sicherlich ist מכת aus מסורת oder aus מסבתא corrumpirt (vgl. מסבתא עלתה בידם מן הגולה ושנו בה Midr. z. h. L. 1, 12). Es muss hier noch bemerkt werden, dass der Ausspruch das R. Asaria הן רמלכא שלמה (Pes. rab. 1. c.) von dem mit במסורת שעלה anhebenden Satze zu trennen ist. Derselbe stellt der vorgegangenen Deutung ירדו שנונים על העולם להחריבו die Meinung entgegen, dass hier nur von Friedensengeln die Rede sei. Demnach muss der Text wol ursprünglich gelautet haben. הן ד מ אל כ י שלמא.