Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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61 den Inhalt des Weiss’schen Werkes skizziren und dabei auch einzelnen Bemerkungen Raum geben, die zu demselben gehören. Das 1. Cap. (S. 1—11) enthält eine Darstellung der Parteirichtungen, welche nach dem Untergange des zweiten jüdischen Staates sich herausgebildet hatten. Akiba erscheint als das Haupt derjenigen, die die Wiederherstellung der alten nationalen Herrlichkeit als das Hauptziel ihres Strebens betrachteten, währendem Jochanan b. Sakkai in der geistigen Wiedergeburt des Volkes dessen Heil erblickte und daher mit den veränderten Verhältnissen sich befrenndete. In dieser Zeit gewann auch das Christentum zahlreiche Anhänger innerhalb der Judenheit. Dasselbe entfernte sich aber immer mehr von seinem Ursprünge. Paulus sezte den Glauben an die Sielle des Gesezes, weshalb in verschiedenen talmudischen Aussprüchen die Un- Veränderlichkeit der alten Lehre betont wird. Der Verfasser rechnet zu diesen auch das bekannte אלה המצות שאין נביא רשאי לחדש דבר מעתה das kaum zu denselben gehören dürfre, da hier dem Propheten nur die Befugniss, neue Einrichtungen zu treffen, nicht aber das Recht, alte Satzungen aufzuheben, entzogen wird. Nur in diesem Sinne, dem der Ausdruck לחדש דבר entspricht, bedienen sich die Amoräer desselben (vgl. zu Sab- I04a u. Parallelst, j. Meg. I. 5). Auch ist nicht mit W. anzunehmen, dass man denselben ausnahmsweise wie einen Schriftvers citirte. Offenbar bezieht sich in den Stellen, in denen dies geschieht, das Wort והכתיב nur auj^ ^en Passus לאלה המצות an den jener Ausspruch sich anlehnt. So wird z. B. der an Lev. 26, 37 anknüpfende Satz, dass alle Israeliten in einem solidarischen Verhältnisse zu einander stehen, ובשלו איש באחיו אינו אומר איש באחיו אלא איש בעון אהיו מלמד שכל ישראל ערבים זה מה (Sifra Beehukotai Ed. Weiss 112a) im b. Talmud an?wei Stellen (Synh. 27b, Schebnot 39a) anderartigen Anssprüchen entgegengehalten und dabei ebenfalls die Anführungsformel והכתיב gebraucht, die sich natürlich nur auf die jenen Satz begründende Schriftstelle bezieht. In C. 2, 3 u. 4 (S. 11-36) werden Spuren persischer, hellenischer lind römischer Einflüsse in der Entwicklung des nachexilischen Judentums nachgewiesen. Bezüglich ersterer besitzen wir ein ausdrückliches Zeugniss des Talmuds, der die Namen der Engel und Monate aus Babylonien stammen lässt.*) Der Verfasser weist nach, dass auch Rechtsbegriffe, rituelle Bräuche *) Schorr (Hechaluz 9, S. 210) will in der Pesikta (Ed. Buber 107b) eine authendische Nachricht darüber entdeckt haben, dass die aus Ez. c. 1 sich herleitende Geheimlehre üher den göttlichen Thronwagen babylonisbhen Ursprungs sei. Zu dem Schriftworte ״ רכב האלהיםWagen Gottes" (Ps. 68, 18) wird nämlich daselbst bemerkt מכת" שעלה מבבל In dem unverständlichen מכת soll griech. liegen und somit hier gesagt sein; ״das ist der Wagen, dessen Kenntniss aus Babylonien uns zukam“. Nun bildet aber, wie aus Pes. rab. c. 21 (Ed. Breslau 40b) zu ersehen ist, dieser Passus nur die Einleitung zu dem ihm folgenden Ausspruche. Für מכת