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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 65

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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IRI
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58 detur simulacrum in Israel*. Ein gleicher Grund waltet bei der Uebersetzung von 23, 19 das. ob. Das unbefangene Wort ״Gott ist kein Mensch, dass er lügen sollte etc.*, beleidigte später durch den Umstand, als ob auch nur eine Möglichkeit des Lügens bei Gott zugestanden scheinen könnte; daher Onkelos und Jeruschalmi I und II den Satz so umschreiben: ״Nicht wie" der Menschen Reden ist das Wort Gottes; Mensehen reden und lügen, und nicht wie der Sterblichen Thun ist sein Thun; denn sie beschliessen zu thun und besinnen sich wieder anders*. Die Uebersetzung der LXX zu d. St. wird bei Philo, Leben Moses citirt: ov% (hg av&Qconog dia'ipev&rjvcu divarcu, ovdwg wog äv&oumov (astmosT, Gott kann gar nicht lügen, wie das ein Mensch thut, und bereut nicht wie ein Menschensohn. Bei dem Worte ״lügen*, welches zu hart schien, auch nur negativ von Gott auszusagen, die Möglichkeit aber dazu scheinbar offen zu lassen, fügte man hinzu: ״er kann gar nicht lügen; der Begriff ״bereuen* verletzte nicht so das Gefühl, daher man hier das Hilfszeitwort ״kann“ nicht für nöthig erachtete. Später befriedigte auch dies nicht von Gott, erst erwähnen zu müssen, er könne nicht lügen, man ersetzte diese Ueber- Setzung (die vielleicht ursprünglich 'ipsv&rjvcu lautete) mit diagTri^rjvcu, und übersetzte ״nicht wie ein Mensch ist Gott, um zu täusehen, nicht wie ein Menschensohn, um zu drohen:* Schon diaxpsvftrivcu hat auch die Bedeutung täuschen; man wollte aber die andere ihm anhaftende Bedeutung: ״lügen* gar nicht aufkommen lassen und ersetzte das Wort. Auch das Wort, dass Gott nicht bereue, verletzte durch die scheinbar zugegebene Möglichkeit des Bereuens bei Gott, und man ersetzte es durch ״drohen* Gott ist nicht ein Menschensohn, dass er blos drohe*. Man suchte, wie bereits Frankel und Geiger gezeigt, alle sinnlichen und anthropopathischen Ausdrücke von Gott fernzuhalten und vorzugsweise in den Uebersetzungen, um beim Volke den reinen Begriff des rein geistigen Gottes nicht durch Miss- Verständnisse trüben zu lassen. Aus Allem dem ergibt sich, wie die Religion zu jenen Zeiten schon geistiges Eigenthum der Juden geworden und von ihnen innerlich verarbeitet worden ist. Dr. Fürst

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