Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2418846-2418853--0743-2419633- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Miscellen. 1. Stammen die Juden in den südlichen Rheinlanden von den Tangionen ab? Die Annahme, dass die in Süddeutschland ansässigen Juden ebenso directe Nachkommen der alten Judäer seien wie ihre in den anderen europäischen Ländern wohnhaften Glaubensgenossen, erscheint als eine so selbstverständliche, dass es kaum Jemandem beikommen könnte, gegen sie irgend einen Zweifel zu erheben. Gerade hier, müsste man meinen, wo Uebertritte zum Judentume fast nie oder wenigstens doch nur in ganz vereinzelten Fällen Vorkommen, hat der jüdische Stamm sich unvermischt erhalten. Und dennoch fühlt der Historiker sich versucht, dieser so feststehenden Annahme ein gewichtiges Bedenken entgegenzuhalten. Ueber die Herkunft der süddeutschen Juden besteht nämlich eine Tradition, die für geschichtlich ausgegeben wird und von sagenhafter Ausschmückung frei ist. Durch diese wird bezeugt, dass an der deutsch-jüdischen Nationalität in den südlichen Rheinprovinzen das germanische Element einen nicht geringeren Antheil habe als das judäische. In einer Wormser Chronik wird nämlich über die Van gionen folgendes mitgetheilt: Inde expugnata Jerusalem et tota terra dissipata, Vangiones nostri redeuntes ad pagoria prout militaris consuetudo est et adhuc hodie cernimus in his, qui de proeliis et guerris inferioris Allemanniae revertuntur, secum duxerunt puellas pulchras, ut eis pro serviciis uterentur.Deinde quia nobilium more rari erant parentes, puellae ipsae parientes proles suas