Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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6 Weit entfernt, ihn nur irgendwie seiner Zustimmung zu versichern, wies er ihn vielmehr darüber zurecht, dass er von einer dem jüngeren Manne nicht geziemenden Selbstüberhebung sich dazu habe hinreissen lassen, von Maimuni in unehrerbietiger Weise zu sprechen, und zeigte ihm, dass er die bemängelten Lehrsätze des Mischneh Thora nicht verstanden habe, in denen ohnehin gar nichts Irriges und Ungehöriges ausgesprochen werde *). Wenn Aron b. Meschullam als derselbe wissensfreundliche Mann anzusehen ist, dessen Umgang Juda Ihn Tibbon seinem Sohne empfahl**), so ist dieses Schreiben nur ein Beweis dafür, dass er für seine Gesinnung auch offen einzustehen keinen Anstand nahm. Vielleicht wurde er zu der unumwundenen Zurechtweisung, mit der er Abulafia abfertigte, auch durch das Schreiben des Saragossaners Scheschet b. Isak an die Weisen von Lunel animirt, in welchem Abulafia’s antimaimunische Gesinnung auf persönliche Eifersucht zurückgeführt und dargelegt wurde, dass in Spanien durch das Mischneh Thora der Eigenmächtigkeit der Richter Einhalt gethan werde, an deren Entscheidungen vor dessen Erscheinen nicht leicht Kritik angelegt werden konnte.***) Abulafia liess sich aber durch die Missbilligung,, die sein Vorgehen bei den Provenzalen gefunden, nicht ab schrecken. Er richtete nicht nur ein abermaliges Schreiben f) an Aron b. Meschullam, in welchem er seine früheren Behauptungen ver- *) Ib. p. 26—49. **) Steinschneider Ermahnungsschreiben des Juda Ibn Tibbon Einl. S. VII. ***) yon Scheschet’s Schreiben sind nur Theile des Eingangs und des Schlusses erhalten (Vgl. zu Grätz Mtsschr. 1876 S. 511 Steinschneiders hebr. Bibi. 1877 S. 65); die Bemerkungen über Abulafia’s Einwände gegen das M. Th. sind in keiner Copie mehr erhalten. Sie füllten wol den Platz zwischen אם לא יחטאו un(f והנה נא הואלתי aus un(l müssen ziemlich umfangreich gewesen sein, da das Schreiben in Salomo Dubno's Manuscript acht Blätter stark war (s. Schlussbemerkung zu Abr. Maimuni’s Milchamot.). לשוני ועטי ist wol der Anfang eines Proömiums, das zu dem Schreiben gehörte. Es möge hier noch bemerkt sein, dass für ומי נזר וב׳ (b. Bibi. a. a. 0.) zu lesen ist, ומי נהי״ חכמתכם הרבים והעצומים» wodurch Berliners Frage- Zeichen seine Erledigung findet. f) Ib. p. 51—105.