Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2418846-2418853--0712-2419602
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

3 gende Autorität zu untergraben, das versuchte später mit gröszerem Aufwande von Wissen und nicht so ganz ohne Erfolg der ״Fürst“ Meir ha-Lewi Abulafia von Toledo. Einem der angesehensten jüdischen Geschlechter in Castilien entsprossen, selbst reich und hochgeachtet und dazu noch mit ausser־ gewöhnlicher talmudischer Gelehrsamkeit ausgerüstet , war er keineswegs der Mann, der so leicht in den Beifall der Menge einstimmte und zur Bewunderung einer Grosze sich hinreiszen liess. Es erfüllte ihn mit einiger Unruhe, dass die Autorität Maimuni’s bereits einen so hohen Grad erreicht habe, dass es selbst denen, die an Talmudkenntniss ihm ebenbürtig sind, nicht leicht gelingen könne, sich ihm gegenüber mit einer dissentirenden Ansicht geltend zu machen. Durch Widerlegung der Einwände^ welche von Lunel aus gegen einzelne halachische Lehrsätze seines Mischneh-Thora erhoben worden waren, hatte Maimuni ebendieses Werk als unanfechtbar hingestellt. Da hielt Meir Abulafia die Zeit für gekommen, in der er mit seinen Angriffen gegen dasselbe hervortreten musste, um ihm durch den Nachweis, dass es Unrichtigkeiten und dogmenwidrige Behauptungen enthalte, den Boden der Anerkennung zu entziehen. Wie Samuel b. Ali*) legte er ein starkes Gewicht darauf, dass Maimuni’s Auffassung der Auferstehungslehre der Tradition widerspreche, und durfte wol voraussetzen, dass diese Anklage bei den provenzalischen und mehr noch bei den der Philosophie ganz fremd gebliebenen nordfranzösischen Rabbinen, denen sie vorgelegt werden sollte, Gehör finden werde. Abulafia beabsichtigte nichts Geringeres, als diese für den Fall, dass Maimuni die als ketzerisch bezeichnete These nicht widerrufe, zu einer Bannerklärung gegen denselben zu veranlassen**) *) Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Abulafia von dem Widerspruche des Samuel b. Ali gegen Maimuni’s Auferstehungsdoctrin Kenntniss hatte, wie ja später auch die Antimaimunisten es in Erfahrung brachten, dass der in Bagdad wohnende Daniel Babli die Lehren Maimuni’s heftig bekämpfte (Abraham Maimuni, Milchamot in der von Lichtenberg herausgegebenen Sammlung [Kobez] der maimunischen Briefe und Responsen III. S. 16), den Tractat über die Auferstehung hat er jedoch nicht gekannt. **) Diese Absicht giebt Abulafia den Rabbnen von Lunel deutlich zu verstehen, wenn er (Kitab al־Rasail p. 15) ihnen erklärt: ואם חלילה החזק 1*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.