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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1879-01-01 · IV. (1879) · page 9

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
IV. (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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2 äusserer Verhältnisse als vielmehr durch seine geistige Ueberlegenheit, die ausser jedem Zweifel stand, wollte manchen zeitgenössischen Celebritäten, auf die eine in ihrer Familie von Alters her heimische Würde sich vererbt hatte, und die sich auf ihre ״fürstliche“ Stellung nicht wenig zu Gute thaten, durchaus nicht gefallen. Sie erblickten darin eine Schmälerung der Autorität, die sie als ein herkömmliches Recht für sich in Anspruch nehmen durften und suchten daher den Nimbus, der den Namen des Arztes von Cairo umgab, dadurch zu verscheuchen, dass sie in seinen Schriften Blöszen hervorkehrten und ihm allerlei Unrichtigkeiten nachzuweisen sich bemühten. Sehr leicht machte es sich hierin der Bagdadenser Samuel b. Ali ha-Lewi, der in seiner Person den erloschenen Glanz des Gaonats wieder zu erneuern suchte. Da bei der immensen Gelehrsamkeit und der fleckenlosen Characterreinheit Maimuni’s sich ihm ein passender Angriffspunkt nicht darbot, nahm er zu einem probaten Mittel, das namentlich bei der groszen Menge seine Wirkung nicht ganz verfehlen konnte, seine Zuflucht. Er bestritt Maimuni's Rechtgläubigkeit. In seiner Dar- Stellung des jüdischen Glaubens und Gesetzes, welche als maszgebend anerkannt werden soll, habe Maimuni, behauptete er, die Lehre von der leiblichen Auferstehung nicht so deutlich ausgesprochen, als er es in Gemäszheit der talmudischen Tradition hätte thun müssen; er habe das zukünftige Leben als ein rein geistiges hingestellt und damit ein Dogma der jüdischen Lehre verläugnet. Diese Verdächtigung war nicht von den erwarteten Erfolgen begleitet. Maimuni nahm seine Vertheidigung selbst in die Hand und wüsste in einer besonderen unter dem Namen ״Tractat über die Auferstehung der Todtena bekannten Schrift (verfasst 1190) seine Thesen so nach allen Seiten hin zu rechtfertigen, dass sein Gegner es nicht mehr wagen konnte, die Fehde gegen ihn fortzusetzen. Die Stimmen, dass Maimuni den Auferstehungsglauben hintangesetzt habe, wollten aber auch ferner nicht ganz zum Schweigen kommen. Was Samuel b. Ali, dem angesehenen Haupte der Gemeinde zu Bagdad, nicht hatte gelingen wollen, nämlich Maimuni einen Makel anzuheften und seine überra-

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