Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IV. (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Die Polemik für und gegen Maimuni im dreizehnten Jahrhunderte. Selten ist inmitten der Judenheit ein Name noch bei Lebzeiten seines Trägers so hoch und so ernsthaft gefeiert worden, als der des eben so groszen Gesezeslehrers als erleuchteten Denkers R. Moses b. Maimon. Die schwungvollen Lobeserhebungen, die seine Zeitgenossen ihm spenden und die dann in allen Schriften, in denen von ihm gesprochen wird, wie eine nicht enden wollende Reihe von Ruhmesherolden seinem Namen vorangehen, sind, so viel auch davon auf die in den Ländern des Chalifats beliebte Manier, bei Nennung hervorragender Schulhäupter allerlei pompöse Titulaturen aufzuhäufen, sich zurückführen lässt, doch etwas mehr als hohles Phrasenwerk und wohlfeile Schmeichelei. Die Leistungen Maimunis hatten in dem geistig geweckten Zeitalter, dem er angehörte, volles Yerständniss und daher auch offene Bewunderung gefunden. Maimuni war, ohne dass er etwa sich selbst hätte dazu machen wollen, bald als eine Autorität anerkannt worden, auf die man im höherem Masze achten müsse, und zwar waren es nicht blos Leser seiner philosophischen Schriften, die in schwärmerischer Anhänglichkeit ihm zugethan waren, sondern auch hervorragende Talmudgelehrte, die seinen Wissensreichthum und seine Charactergrösze bewunderten und die Verehrung, die sie für ihn empfanden, in unverholener Weise ihm kundgaben. Doch nicht sollte der Glanz dieses ruhmumstrahlten Namens für immer ungetrübt bleiben. Das ausserordentliche Ansehen, zu dem Maimuni emporgestiegen war, weniger durch die Gunst