Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 200)
- Language
- German
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195 34 vermutet, dass Jacob de Medio, der Gesandte Venedigs am Hofe Friedrichs III., vor dem der Papst Sixtus IV. 1478 seine Legaten warnt (Banke, die römischen Päbste in den letzten 4 Jahrhunderten Bd. 3 Analecten No• 2) mit Elia del Medigo identisch sei — eine Vermutung, die ziemlich unwahrschein־ lieh ist — und aus dem daselbst angeführten Documente ein Ausspruch des Papstes ״Cretensis ille astutus est“ angeführt, der aber daselbst nicht vorhanden ist. Dieser Ausspruch lautet vielmehr: Est magnus fabricator et Cretensis. Zu recht interessanten ’Entdeckungen gelangte der Verfasser durch die genaue Untersuchung des cod. hebr. 968 der Pariser Nationalbibliothek, dem selbst Munk nicht die gebührende Aufmerksamkeit zugewendet hatte. Er findet, dass in No. 1 Glossen von verschiedener Hand und zahlreiche Bemerkungen sich finden, die El. d. M. selbst hineingeschrieben hat. Aus einer Stelle, die (S. 40) aus dieser Schrift mitgetheilt wird, weist der Verf. nach, dass E. d. M. einen Commentar des Averroes zu Plato’s Republik ־־־ dessen Existenz selbst fraglich schien — ins Hebräische übersetzt und eine Schrift: De possibilitate continuationis, verfasst hat, von der man bis jetzt keine Spur hatte. Am Schlüsse des Codex befinden sich zwei kleinere Schriften, eine lateinische Uebersetzung von Averroes Vorr. zu Aristoteles Metaphysik und eine anonyme Abhandlung über einige Materien der Logik und der Metaphysik. In dem Catalog von 1744 wird angegeben, dass sich in diesem Codex Briefe del Medigos befinden, die von seiner eigenen Hand herrühren (der Zotenberg’sche Katalog erwähnt nichts von Briefen). Mit diesen Briefen — es sind deren nur zwei — macht uns der Verf. genau bekannt. Der zweite kürzere, der wol kein Antograph del Medigos ist, aber zwischen 1483—1486 von ihm verfasst wurde, ist an Domenico Grimani (st. 1523), der seit 1496 als Cardinal in Venedig lebte, gerichtet und beweist, dass auch dieser durch zwei Schriften bekannte italienische Gelehrte zu den Averroisten und literarischen Freunden del Medigo’s gehörte (s. p. 41—47). Der erste ist theils in italienischer theils in lateinischer Sprache geschrieben. Der Adressat ist Pico de Mirandola. Der Verf. weist nach, dass dieses Schreiben, darin del Medigo die Klarheit seiner philosophischen Anschauung und eine von allem Selbstischen freie Geradsinnigkeit bekundet, vom Decemher 1436 stammt und legt dann den Inhalt desselben theilweise durch wärtliehe Auszüge und theilweise durch eine sorgfältige Analyse der hier ausgesprochenen Gedanken dar. Wir entnehmen demselben, dass del Medigo als ein gediegener Kenner des Averroismus anerkannt war und als solcher eingeladen wurde, über Averrois Comm. zu dem ersten Buche der Analytica Vorlesungen zu halten (p. 52) und ferner, dass er die Annahme, als ob die Aristoteliker den Pantheismus lehrten, widerlegt hat (p. 55). In der Mitte sind zwei hebr. Columnen, in denen einige Namen arabischer Philosophen und jüd. kabbalistischer Werke verzeichnet werden (p. 57). Mit der Entzifferung ersterer Namen hat es keine solche Schwierigkeiten, wie sich es der Verf. denkt. Von letzteren findet der Verf. die Er- 13*