Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 196)
- Language
- German
- Belongs to
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191 Der am Schlüsse von חדושי גאונים genannte מדר״י (No. 579) ist wie ans 7 a ersichtlich ist ,מהר״ר יוגד d. i. R. Jona Landsofer. Mein Exemplar hat auf dem Titelblatte ein Jahresdatum תםיג גב(יל d.i. העי׳ט. In einer Sei lussbemerkung heisst es jedoch: והשלום (!) המלאכה ביום ו׳ עש״ק ט״ז אייר דפייג לפייק. Für .מהרא״ר ist hier מהראייה gedruckt. — Das Buch חסד שמואל verdient wol im Ganzen das harte Urtheil, das No. 625 darüber gefällt wird, allein am Schlüsse enthält im Seegen.“ Der Verf., der die ״Vorher er inner ung“ mit ״Elias“ unterzeichnet, hat die Naivetät oder vielleicht die Unverfrorenheit, in seinen Anmerkungen, die in den Text der Uebersetzung aufgenommen sind, die Worte Bechai’s in christologischem Sinne auszulegen. In der ״Vorhererinnerung“ spricht er sich über dessen Werk in folgender Weise aus: ״Der Leser wolle zum Voraus merken, dass dieses ein göttlich Buch und Gottes eigen Wort unter dem Namen eines Rabbinen sey, wie das neue Testament Gottes Wort unter dem Namen der Aposteln ist... . In den Tagen meiner allergrössten Versuchungen, da mich nichts mehr aufrichten konnte, war es dieses Buch, wodurch Gott mich aufrichtete, und auf meinen Stand stellte. Bechai heisst, im Leben, weil das Buch zum Mittel, leicht in den wahren Sinn des Wortes Gottes zu kommen, gemacht worden ist... Ein Sohn Joseph wird er genennet, weil damit auf den grossen Seegen Josephs 1 Mos. 49 gesehen wird, welcher in den letzten Tagen mit der wahren Lehre, des Worts Gottes im Königreich Christi oder im Reich des Meszia kommen soll. .. Dasz es nun in arabischer Sprache soll geschrieben worden seyn, damit wird angedeutet, dasz es seine Absicht auf das Geheimniss Jesu Christi habe... Rabbi Juda, der es aus dem Arabischen in’s Hebräische übersetzt haben soll, deutet den Elias am Ende an, durch welchen die zwei Testamente in einen Sinn, und die äussere Lehre in den innern Sinn des Geistes soll gebracht werden; und dasz Elias aus der christlichen Kirche sey, welche der Stamm Judä ist. Er wird genennet ein Sohn Chabun, das heisst ein Sohn des Verborgenen, nemlich ein Sohn der verhörgenen Lehre der Weisheit“ . .. Diese Delirien, an denen das Buch überreich ist, zeigen, dass man darüber eigentlich eher psychiatrische als literarische Studien anstellen könnte, indessen scheint hier doch eher Bekehrungseifer als religiöse Schwärmerei die Feder geführt zu haben. Die Uebersetzung ist leidlich sinngetreu, sie kann nur von einem Manne herrühren, der auf dem Gebiete der rabbinischen Literatur kein Fremdling war. Indicien verschiedener Art lassen mich vermuten, dass David Friedrich Meyerlin der Verfasser derselben sei. Der Ton, den er in seinen Schriften anschlägt, hat mit dem, der hier sich bemerkbar macht, manches Verwandte.